Stethoskop liegt auf einem Laptop
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21.09.2016 Seite 155 0

Informationsmanagement in der Medizin

Die kontinuierliche zunehmende Digitalisierung in unserer heutigen Gesellschaft führt zu einer enormen Menge an Daten aus heterogenen Quellen in unterschiedlicher Qualität und in unterschiedlichen Formaten. Auch in der Medizin sind die Prozesse zunehmend rechnerunterstützt und es wird ein enormes Potenzial darin gesehen, die vorliegenden Daten für eine Verbesserung von Früherkennung, Versorgung und Forschung zu nutzen. Aufgrund der Sensibilität von Daten und Entscheidungen in der Medizin spielen hier nicht nur die technischen Herausforderungen eine wichtige Rolle, sondern insbesondere auch die Qualität und Verlässlichkeit der Daten und Ergebnisse. Klinische Daten werden durch Anamnesen, klinische Untersuchungen oder auch durch medizin-technische Geräte erhoben. Medizinische Forschungsdaten entstehen durch separate standardisierte Dokumentationen oder durch wissenschaftliche Experimente. Zunehmend existieren auch von Patienten generierte Daten, die gemeinsam mit dem umfangreichen medizinischen Wissen in Entscheidungen einfließen sollten. Dabei werden Daten im Rahmen der klinischen Forschung unter klar definierten Bedingungen erhoben werden während Daten aus mobilen Anwendungen und Geräten in nicht kontrollierten Alltagssituationen entstehen.
Voraussetzung um mit dieser Vielfalt geeignet umgehen zu können, ist ein systematisches Management von Daten, Information und Wissen in der Medizin auf dem gesamten Weg von der Erhebung der Daten bis zur Präsentation von Information und Wissen für Entscheidungen. Dazu gehören:

  • Datenakquise: Erhebung von Daten, Digitalisierung von Messwerten, Übernahme von Daten aus Medizintechnik
  • Datenorganisation: Integration von Daten, Interoperabilität von Daten und technischen Komponenten, Vorverarbeitung und nachhaltige Speicherung von Daten
  • Datenanalyse: Auswertung großer Datenmengen, statistische Assoziation, Identifikation von Biomarkern, Identifikation von ähnlichen Patienten
  • Bereitstellung von Information und Wissen: Visualisierung, Präsentation für klinische Entscheidungen und Forschung, wissensbasierte Entscheidungsunterstützung, individuelle Therapieentscheidungen, Risikoscreening, Prävention

Kontakt

Prof. Dr. Petra Knaup-Gregori
Dipl.-Inform. Lothar Schöpe

Der Fachausschuss Informationsmanagement in der Medizin bietet eine Kommunikationsplattform für Experten der Biomedizinischen Technik und der Medizinischen Informatik  zum Erfahrungsaustausch über Anforderungen an Methoden und Werkzeuge zum systematischen Informationsmanagement in der Medizin unter besonderer Berücksichtigung der etablierten Prozesse und Informationssysteme des Gesundheitswesen.

Die Fachausschussleitung freut sich über Hinweise, mit welchen aktuellen Themen des systematischen Informationsmanagements in der Medizin Sie sich beschäftigen und welche Herausforderungen Sie sehen. Gerne können Sie sich auch melden, wenn Sie Interesse an einer aktiven Mitarbeit im Fachausschuss haben.

Aktuelles

eBook Reader mit Büchern
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21.09.2016

Der Fachausschuss hat eine Buchpublikation zum Thema "Von eingebetteten zu soziotechnischen Systemen: Potenzial und Forschungsbedarf auf dem Gebiet der IT im AAL-Umfeld" herausgegeben.

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