Bildgestuetzte Intervention
21.09.2016 Seite 331 0

Magnetische Methoden in der Medizin

Die Themenbereiche des Fachausschusses orientieren sich an aktuellen magnetischen Methoden die im biomedizinischen Kontext entwickelt und angewendet werden. Zur Zeit sind folgende Themen vertreten:

Magnetometrie

Magnetometrie-Bild
Lutz Trahms, PTB

Die Magnetometrie, auch Biomagnetismus genannt, setzt sich mit der Registrierung und Analyse von elektrophysiologisch erzeugten Magnetfeldern auseinander. Dazu gehört die Entwicklung von geeigneten Messgeräten, die Messtechnik, die Modellierung, Verarbeitung und Analyse der gemessenen Signale, sowie die Nutzung dieser Technik für die medizinische Diagnose. Biomagnetismus wird hauptsächlich in der Neurologie und in den Neurowissenschaften für Messungen am zentralen Nervensystem (Magnetenzephalographie, MEG) und an peripheren Nerven (Magnetoneurographie, MNG) genutzt. Auch in der Kardiologie (Magnetokardiographie, MKG) findet die biomagnetische Messmethode zahlreiche Anwendungen, insbesondere für pränatale Fragestellungen (fetales MKG). Die elektrische Aktivität des Gastrointestinaltraktes ist mit der Magnetgastrografie (MGG) und Magnetoenterographie (MEnG) untersucht worden.

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Jens Haueisen
Prof. Dr. Thorsten Buzug

Magnetische Marker in der Medizin

Lokalisierung magnetisch markierter Tabletten im Gastrointestinaltrakt: Eine Arzneiform wird mit einem magnetischen Granulat versetzt, das normalerweise als Lebensmittelfarbstoff Verwendung findet. Durch ein starkes Magnetfeld erhält die Tablette ein permanentes magnetisches Moment. Nach Einnahme der Tablette verrät die Stärke des magnetischen Moments für jeden Zeitpunkt ihren Auflösungszustand. Dieser Vorgang wird mit dem mehrkanaligen SQUID-Sensor verfolgt, wie er z.B. in der Magnetkardiografie zum Einsatz kommt. Aus den magnetischen Messdaten lassen sich Ort und Stärke des magnetischen Moments mit hoher Genauigkeit und guter zeitlicher Auflösung ermitteln. Das Verfahren ist gesundheitlich völlig unbedenklich, so dass damit sogar Reihenuntersuchungen durchgeführt werden können, die statistische Aussagen über das Verhalten von Arzneiformen möglich machen. Für die pharmazeutische Industrie ist die Aufklärung des Auflösungsverhaltens von Tabletten nützlich, um die Freigabe des Wirkstoffs im Gastrointestinaltrakt örtlich und zeitlich zu optimieren.

Lokalisation und Quantifizierung von magnetischen Nanopartikeln

Magnetische Nanopartikel finden vielfache Anwendungen in der Krebstherapie, wie z.B. die unten dargestellte magnetische Thermoablation und das magnetische Drug Targeting. Für diese therapeutischen Anwendungen ist die Kenntnis der Konzentrationsverteilung der Partikel im Gewebe eine wichtige Information zur Therapiekontrolle. Die magnetische Messtechnik kann das Remanenzsignal und die magnetische Relaxation der Partikel nutzen, um Auskunft über Ort, Menge und Bindungszustand der Partikel zu gewinnen. Mit dem magnetischen Relaxations-Immunoassay (MARIA) kann das Bindungsverhalten von Antikörper-Antigen-Reaktionen quantitativ und zeitaufgelöst untersucht werden.

Das Ziel des Fachausschusses ist die Förderung der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet Magnetische Methoden in der Medizin durch Schaffung eines Forums zum wissenschaftlichen Austausch und Unterstützung von gemeinsamen F&E Initiativen.

Aktuelles

Fitnessband zeigt medzinische Informationen auf Beamer
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21.09.2016

Der FA Magnetische Methoden und der FA Biosignale veranstalten in 2018 wieder einen gemeinsamen Workshop:

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