Die Stromverteilnetzkosten steigen deutlich und werden in den kommenden Jahren weiter wachsen – ein zentraler Treiber für höhere Netzentgelte. Das VDE Impulspapier zeigt auf, warum diese Entwicklung kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern Ausdruck eines zunehmend beanspruchten Verteilnetzes, das auf die Anforderungen eines vollständig dekarbonisierten Energiesystems noch nicht optimal ausgelegt ist.
Um die Kostenentwicklung zu dämpfen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu erhalten, empfiehlt das Papier ein Bündel technischer, planerischer und regulatorischer Maßnahmen. Ziel ist es, den notwendigen Netzausbau sinnvoll zu flankieren und mehr nutzbare Kapazität aus bestehenden Infrastrukturen zu erschließen.
Gesetzgeber und BNetzA sollten insbesondere folgende Themen angehen:
- Unterstützung kurativer Netzführung, um Engpässe situativ und kontrolliert zu managen und Ausbaukosten zu reduzieren.
- Flexible Anschlussregelungen als kosteneffiziente Alternative zu starren Leistungszusagen.
- Vermeidung von „Wildwuchs“ durch klare Vorgaben für standortflexible Anlagen wie Speicher oder Freiflächen-PV.
- Netzplanung nach realen Lastprofilen, nicht allein nach theoretischen Extremszenarien.
- Klare Definition der Grenzen von Steuerungsmaßnahmen gemäß § 14a EnWG.