01.03.2010 Fachinformation 58 0

VDE-Analyse Smart Energy 2020

Vom Smart Metering zum Smart Grid

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Weltweit besteht Übereinstimmung, dass Smart Metering die Grundlage ist, dass Energiekunden infolge der besseren Beobachtbarkeit steuernd in ihre Energieverwendung eingreifen und dass allein schon mit der Verschiebung von Lastspitzen und dem Füllen von Lasttälern eine Energieeffizienzsteigerung zu erreichen ist. Die Entwicklung zu Smart Energy ist dann gegeben, wenn durch das steuernde Eingreifen mehr an regenerativer Energie nutzbringend verwendet werden kann. Das wiederum führt automatisch zu einer Reduktion des Co -Ausstoßes. Allerdings wird im Moment vielschichtig diskutiert, wo die Potentiale des Return on Investment (RoI) liegen für den breiten Smart Metering Einsatz bei den Energiekunden, speziell beim Haushaltskunden. Nach bisherigen Vorstellungen sollen variable Tarife den Anstoß zur Änderung des Verbraucherverhaltens bringen, d. h. Reduktion des Verbrauchs und das Verschieben von Lastspitzen in verbrauchsarme Zeiten oder Verschieben von Verbrauchszeiträumen in Zeitbereiche mit überschüssiger Erzeugung aus dem Bereich erneuerbarer Energien, typischerweise Windenergie. Neben ökonomischen Anreizen mittels variabler Tarife geht es auch um ein gestärktes Bewusstsein der Konsumenten für ihr eigenes Verbrauchsverhalten. Dieses lässt sich am einfachsten über eine Verbrauchsanzeige am Zähler oder besser in der Wohnung des Kunden z.B. mittels einer Web-page auf dem PC oder auf einem mobilen Anzeigegerät z.B. Handy, PDA o.ä. herbeiführen. Wirksamer wird dies aber mit Energieassistenzsystemen erreicht, welche die Energiekunden darin unterstützen, die Energie generell sorgsamer, möglichst zu Spitzenlastzeiten nicht und dafür aber zu Zeiten eines hohen Energieangebots gezielt zu nutzen.

Die Fragen, die in dieser Analyse aufgeworfen werden sind:

  • Ist dies der richtige Ansatz, d. h. stehen kurzfristig die technischen Möglichkeiten zur Verfügung, um die Umsetzung beim Endkunden zu realisieren?
  • Ist Home-Automation zeitnah in dem Maße beim Endkunden installierbar, so dass die steuerbaren Lasten ausreichen, um die Fluktuation der erneuerbaren Energien ausgleichen zu können?
  • Welche andern Ansätze stehen zur Verfügung, um kurz- bis mittelfristig gesamtwirtschaftlich gesehen die Energiebilanz zu verbessern und auch den RoI (Return on investment) zu realisieren?
  • Wie sieht ein Marktmodell aus, in dem sich vertrieblich oder regulatorisch motivierte Treiber finden, die erfolgreiche, flächendeckende Smart-Energy-/ Smart-Metering-Geschäftsmodelle entwickeln?