Umspannwerk Teufelsbruch_Bild 3
2013 Norbert Gilson
03.06.2020

Umspannwerk-Teufelsbruch

Niederneuendorfer Allee 60a-60b, 13587 Berlin-Hakenfelde

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VDE-Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik

Das 1924/25 erbaute Umspannwerk Teufelsbruch hat in zweifacher Hinsicht besondere Bedeutung für die Elektrizitätsversorgung von Berlin. Bereits 1928 wurde hier der vom Braunkohlekraftwerk Trattendorf bei Spremberg über eine 110-kV-Doppelfreileiung zur Unterstützung der Berliner Stromerzeugung gelieferte Fernstrom in das Netz des städtischen Versorgers, der Berliner Städtische Elektrizitätswerke AG (Bewag), eingespeist. Seit 1995 endet hier die von Helmstedt über die Umspannwerke Wolmirstedt und Wustermark geführte 380-kV-Leitung, mit der Berlin an das westeuropäische Verbundnetz angeschlossen wurde.

Beschreibung


erbaut: 1924-25, 1927-29 / 1938
Architekt: Ernst Ziesel

Das Umspannwerk (Fotos 1, 2 und 4) enstand 1924/25 in unmittelbarer Nachbarschaft des damaligen Kraftwerks Spandau. Dieses war 1914 von der Städt. und Kreis-Kraftwerk Spandau GmbH erbaut und in Betrieb genommen worden. Es lag in unmittelbarer Nähe des nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Kraftwerks Oberhavel. Im Verlauf der seit 1920 vollzogenen Gründung von Groß-Berlin wurden auch Stadt und Kreis Spandau nach Berlin eingemeindet. Die Anlagen des Kraftwerks Spandau wurden 1929 von der Berliner Städtische Elektrizitätswerke AG (Bewag) übernommen.

Bereits 1928 war der Bau einer neuen 100-kV-Doppelleitung vom Kraftwerk Trattendorf der Elektrowerke AG nach Spandau (Teufelsbruch) und von dort weiter zu den Umspannwerken der Bewag-Kraftwerke Charlottenburg und Moabit in Angriff genommen worden, um die vereinbarten höheren Mengen an Fernstrom nach Berlin liefern zu können. Die durch die neue Leitung bedingten steigenden Aufgaben erforderten auch eine Erweiterung des Umspannwerks Teufelsbruch.

In dem seit 1984 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude wurde im Dezember 1995 eine neue 380 kV-Umspannanlage in Betrieb genommen. Hier endete die von Helmstedt über die Umspannwerke Wolmirstedt und Wustermark geführte 380-kV-Leitung (Foto 3), mit der Berlin an das westeuropäische Verbundnetz angeschlossen wurde. Das Umspannwerk Teufelsbruch fungierte nun als Übergabestation zwischen der Vereinigte Energiewerke AG (VEAG) und der Bewag. Über einen Kuppeltransformator 380/110 kV wurde die Verbindung zwischen den beiden Netzen hergestellt. Die Einspeisung ins Netz der  Bewag erfolgte über die 110-kV-Freiluftschaltanlage des Kraftwerks Oberhavel.

Als das Kraftwerk Oberhavel 2005/09 abgerissen wurde, erhielt die Schaltanlage einen neuen Platz. Statt der Freiluftanlage wurde nun eine 110 kV-Innenraumanlage mit SF6-Technik südlich des Umspannwerks am Papenberger Weg neu erbaut (Foto 5). Von hier gehen mehrere Hochspannungskabel und - über ein Abspanngerüst (Foto 6) - ging auch eine Freileitung ins Netz der Bewag ab. Die heute nicht mehr vorhandene Freileitung führte in südliche Richtung zur Schaltanlage des Kraftwerks Reuter. 

Informationsstand: 31.12.2013
Schlagworte: Elektrizitätsübertragung / -verteilung; Umspannwerk / Umspannanlage; Energy; Energie; Energienetze
Stichworte: Ernst Ziesel; Kraftwerk Spandau; Städt. und Kreis-Kraftwerk Spandau GmbH; Kraftwerk Trattendorf; Elektrowerke AG; Umspannwerk Teufelsbruch; Fernstromlieferung; 380-kV-Umspannanlage; 380-kV-Freileitung; 110-kV-Freileitung; Verbundnetz; Vereinigte Energiewerke AG; VEAG; Kuppeltransformator; 110-kV-Freiluftschaltanlage; Kraftwerk Oberhavel; 110-kV-Innenraumschaltanlage; SF6-Technik; Kraftwerk West; Berliner Städtische Elektrizitätswerke AG; Bewag


Quelle(n)

  • Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Denkmaldatenbank, Eintrag 09085693
  • Freundliche Mitteilung von Klaus G. Krämer (+)

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