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DEMOCRACY - protect what matters by EUREL
22.09.2026 TOP

EFTS 2026 mit VDE Sommerempfang Brüssel

Wir. Netzwerk. Gemeinsam. Europa. Sicherheit. Verteidigung. Resilienz. Jung - Technologisch - Grenzüberschreitend.

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Europa sieht sich heute mit einer Vielzahl neuer Herausforderungen konfrontiert. Geopolitische Spannungen, Angriffe auf kritische Infrastrukturen, zunehmende Cyberbedrohungen, technologische Abhängigkeiten sowie Formen hybrider Kriegsführung und Einflussnahme aus der russischen Einflusssphäre verdeutlichen, dass Sicherheit weit über den militärischen Bereich hinausgeht. Gleichzeitig sind moderne Gesellschaften und ihre technischen Systeme enger miteinander vernetzt als je zuvor, wodurch Verwundbarkeiten schneller und weitreichender wirken können.

Vor diesem Hintergrund stellte der von VDE und EUREL (europäischer Dachverband der Ingenieure/-innen der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) organisierte European Future Technology Summit (EFTS) 2026 das Thema Resilienz in den Mittelpunkt.

Der VDE/EUREL EFTS schafft seit Jahren eine europäische Plattform für den Austausch zwischen Politik, Industrie, Wissenschaft, Ingenieurwesen und Sicherheitsorganisationen. Im Fokus 2026 stand die Frage, wie Europa seine gesellschaftliche und technologische Widerstandsfähigkeit stärken kann, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, Krisen wirksam zu bewältigen und auch unter zunehmend unsicheren Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Resilienz bedeutet dabei nicht nur den Schutz kritischer Infrastrukturen und digitaler Systeme, sondern auch die Stärkung von Vertrauen, Zusammenarbeit und Innovationsfähigkeit. Nur durch gemeinsames Handeln kann Europa langfristig Sicherheit, Stabilität und Wohlstand sichern und seine technologische Souveränität sowie Wettbewerbsfähigkeit stärken.

THE RESILIENCE CODE: From Vulnerability to Resilience - How Technology Can Promote Security and Defense in Europe

Der European Future Technology Summit (EFTS) 2026 brachte Ingenieurinnen und Ingenieure, Forschende, politische Entscheidungsträger, Industrievertreter, Betreiber kritischer Infrastrukturen sowie Militär- und Verteidigungsexperten aus ganz Europa zusammen, um eine der drängendsten strategischen Fragestellungen unserer Zeit zu diskutieren: Wie können wir Resilienz in einer zunehmend volatilen, vernetzten und wettbewerbsorientierten Welt stärken?

Unter dem Titel „THE RESILIENCE CODE: From Vulnerability to Resilience - How Technology Can Promote Security and Defense in Europe“ betrachtete der EFTS 2026 Sicherheit aus einer deutlich breiteren Perspektive als die klassische Verteidigungspolitik. Die Diskussionen zeigten, dass Europas zukünftige Sicherheit nicht allein von militärischen Fähigkeiten abhängt, sondern gleichermaßen von technologischer Souveränität, resilienten kritischen Infrastrukturen, sicheren Lieferketten, vertrauenswürdigen demokratischen Institutionen sowie einer informierten und handlungsfähigen Gesellschaft.

Während zweier Workshop-Tage und des VDE Summer Reception in Brüssel diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie Resilienz auf gesellschaftlicher, technologischer, industrieller und politischer Ebene gestärkt werden kann. Die Beiträge reichten von militärischen Lageeinschätzungen und Perspektiven der europäischen Verteidigungspolitik über Energiesicherheit, Kommunikationsinfrastrukturen, Künstliche Intelligenz und Mobilfunktechnologien bis hin zu Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Ukraine.

Ein zentrales Leitmotiv des EFTS war die Erkenntnis, dass Resilienz zu einem grundlegenden Gestaltungsprinzip werden muss. Europa kann nicht länger davon ausgehen, dass Störungen und Krisen stets verhindert werden können. Stattdessen müssen Systeme so konzipiert werden, dass sie Schocks antizipieren, Störungen absorbieren, sich unter Druck anpassen und sich schnell wieder erholen können.

Der von VDE Politik, VDE Defense und EUREL durchgeführte Summit kam zu dem Schluss, dass Resilienz zu einem Grundpfeiler europäischer Souveränität, demokratischer Stabilität und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit geworden ist. Ingenieurinnen und Ingenieure, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Technologieorganisationen spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer sicheren europäischen Zukunft.

Strategischer Kontext: Warum Resilienz beim EFTS 2026?

Das Leitthema des European Future Technology Summit 2026 entstand aus der wachsenden Erkenntnis, dass Europa in ein grundlegend anderes strategisches Umfeld eingetreten ist als jenes, das die drei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges geprägt hat. Die Idee hinter dem EFTS 2026 beruhte auf der Beobachtung, dass sich Resilienz von einem technischen Fachbegriff zu einer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und geopolitischen Notwendigkeit entwickelt hat. Politik, Betreiber kritischer Infrastrukturen, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Sicherheitsexperten in ganz Europa sehen sich zunehmend mit einer Bedrohungslage konfrontiert, in der Sicherheit nicht mehr ausschließlich militärisch verstanden werden kann.

Russlands Krieg gegen die Ukraine, Angriffe auf kritische Infrastrukturen, wachsende Cyberbedrohungen, technologische Abhängigkeiten und der zunehmende Einsatz hybrider Angriffsmethoden aus der russischen Einflusssphäre haben deutlich gemacht, dass Verwundbarkeiten weit über klassische Schlachtfelder hinausreichen. Moderne Gesellschaften werden durch Cyberangriffe, Desinformation, wirtschaftlichen Druck, die Manipulation öffentlicher Diskurse und die Ausnutzung technologischer Abhängigkeiten herausgefordert.

Eine zentrale Annahme bei der Konzeption des EFTS 2026 war daher, dass gesellschaftliche Resilienz und technologische Resilienz nicht voneinander getrennt betrachtet werden können.

Demokratische Gesellschaften basieren letztlich auf Vertrauen: Vertrauen in Institutionen, Vertrauen in Informationen, Vertrauen in kritische Infrastrukturen und Vertrauen in die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen. Wird dieses Vertrauen systematisch untergraben, wird die Stabilität der Gesellschaft selbst verwundbar. Hybride Kriegsführung zielt genau darauf ab, indem sie nicht primär Territorien angreift, sondern gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vertrauen und öffentliche Sicherheit.

Das für den EFTS 2026 entwickelte Konzeptpapier ging daher von der Annahme aus, dass Resilienz mit Bewusstsein beginnt. Gesellschaften, die neue Bedrohungen nicht rechtzeitig erkennen, laufen Gefahr, erst dann zu reagieren, wenn bereits erheblicher Schaden entstanden ist. Besonders problematisch ist dabei, dass moderne Bedrohungen häufig schleichend entstehen und bewusst unterhalb der Schwelle eines offenen Konflikts bleiben.

Die strategischen Überlegungen hinter dem EFTS 2026 bezogen sich jedoch nicht nur auf gesellschaftliche Fragestellungen, sondern auch auf technologische Systeme. Die zunehmende Vernetzung moderner Infrastrukturen führt dazu, dass Störungen in einem Bereich rasch Auswirkungen auf zahlreiche andere Bereiche haben können. Energiesysteme, Kommunikationsnetze, Verkehrsinfrastrukturen, digitale Dienste und industrielle Lieferketten sind heute eng miteinander verflochten. Sicherheit, Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit, Cybersicherheit und operative Robustheit können daher nicht länger isoliert voneinander betrachtet werden.

Europa an einem Wendepunkt

Die strategischen Überlegungen hinter dem EFTS 2026 wurden zusätzlich durch die wachsende Wahrnehmung geprägt, dass Europa an einem historischen Wendepunkt steht. Über viele Jahre galten wirtschaftliche Verflechtung, Globalisierung und technologische Zusammenarbeit als stabilisierende Kräfte. Die jüngsten Entwicklungen haben diese Annahmen jedoch infrage gestellt. Kritische Infrastrukturen sind zunehmend zum Ziel staatlicher und nichtstaatlicher Akteure geworden. Lieferketten haben sich zu strategischen Ressourcen entwickelt. Technologische Abhängigkeiten werden heute nicht mehr nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, sondern zunehmend auch als Fragen der Sicherheit und Souveränität. Die Konzeption des EFTS 2026 beruhte daher auf der Überzeugung, dass Europa seine technologische und gesellschaftliche Resilienz stärken muss, wenn es seine politische Handlungsfähigkeit, demokratische Stabilität und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit bewahren will.

Vor diesem Hintergrund wurde der EFTS 2026 entlang von vier Leitfragen strukturiert:

  • Wie kann Europa technologische Verwundbarkeit in Resilienz verwandeln?
  • Wie lässt sich technologische Souveränität stärken?
  • Welche Technologien werden Europas zukünftige Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeiten prägen?
  • Welche Maßnahmen müssen heute ergriffen werden, um Europas Handlungsfähigkeit von morgen zu sichern?

Die Workshops des Summits und die Keynotes des VDE Sommerempfangs beleuchteten diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven – von Sicherheits- und Verteidigungspolitik über Energieinfrastrukturen und Telekommunikation bis hin zu industrieller Innovation und gesellschaftlicher bzw. individueller Resilienz jedes Einzelnen.

Europapolitik hautnah: Besuch in der Europäischen Kommission und Gespräch im Europaparlament

Besuch der Europäischen Kommission: Wie Europa Politik gestaltet und Zukunft finanziert

Vor Beginn der offiziellen Workshopphase des EFTS besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Europäische Kommission, um Einblicke in die Arbeitsweise der Europäischen Union und ihre finanziellen Prioritäten zu erhalten. Im Mittelpunkt standen die Aufgaben der Europäischen Kommission als Exekutivorgan der EU, ihre Rolle bei der Ausarbeitung von Gesetzesvorschlägen sowie die Umsetzung und Überwachung europäischer Politik. Darüber hinaus erhielten sie einen Überblick darüber, wie sich die Europäische Union finanziert und wie der europäische Haushalt zustande kommt. Besonders intensiv wurde über die künftigen Investitionsschwerpunkte der Europäischen Union diskutiert. Die Vertreterin der Kommission erläuterten, dass Europa in den kommenden Jahren verstärkt in Forschung und Innovation, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Energie- und Kommunikationsinfrastrukturen, technologische Souveränität sowie Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeiten investieren möchte. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und die Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft auszubauen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bot der Besuch einen wertvollen Einblick in die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen, die die technologische Entwicklung Europas maßgeblich beeinflussen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Innovation, Forschung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit eng mit den strategischen Prioritäten und Investitionsentscheidungen der Europäischen Union verknüpft sind. Damit bildete der Besuch einen idealen Auftakt für die anschließenden Diskussionen des EFTS zu Resilienz, technologischer Souveränität und Europas Zukunftsfähigkeit.

Begegnung mit der Europaabgeordneten Hildegard Bentele: Rohstoffsicherheit als Schlüssel europäischer Resilienz

Einen politischen „Deep Dive“ erhielten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des EFTS bei einem besonderen politischen Austausch im Europäischen Parlament. Bei einem Treffen mit der Europaabgeordneten Hildegard Bentele (Europäische Volkspartei, EVP) diskutierten die Nachwuchsingenieurinnen und -ingenieure aktuelle Herausforderungen der europäischen Technologie-, Industrie- und Sicherheitspolitik. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Themen technologische Souveränität, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit sowie die Fähigkeit Europas, in einer zunehmend geopolitisch geprägten Welt resilient und handlungsfähig zu bleiben. Hildegard Bentele gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in ihre Arbeit als Mitglied des Europäischen Parlaments und erläuterte, wie europäische Gesetzgebung entsteht und welche Rolle das Parlament bei der Gestaltung der wirtschafts-, industrie- und technologiepolitischen Rahmenbedingungen Europas spielt. In einer offenen Fragerunde nutzten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu aktuellen Herausforderungen der Europäischen Union, zur Rolle von Technologie für Europas Zukunft sowie zu den Chancen und Herausforderungen der europäischen Industriepolitik zu stellen. Dabei entwickelte sich ein intensiver Austausch über die Bedeutung von Innovation, Forschung, industrieller Wertschöpfung und strategischer Unabhängigkeit Europas.

Ein besonderer Schwerpunkt des Gesprächs war die Versorgung Europas mit kritischen Rohstoffen. Bentele erläuterte die Bedeutung des Critical Raw Materials Act und dessen Rolle bei der Verringerung strategischer Abhängigkeiten. Kritische Rohstoffe seien die Grundlage zahlreicher Schlüsseltechnologien und damit unverzichtbar für Europas wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, die Energiewende sowie die Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit des Kontinents.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des EFTS zeichnete Hildegard Bentele zudem ein differenziertes Bild der europäischen Innovationslandschaft. Europa verfüge über herausragende Forschungs- und Innovationskompetenzen, stehe jedoch weiterhin vor der Herausforderung, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in marktfähige Produkte, industrielle Anwendungen und globale Geschäftsmodelle zu überführen. Gerade diese Fähigkeit zur Skalierung von Innovationen werde in den kommenden Jahren entscheidend für Europas technologische Souveränität sein.

Im Rahmen des Treffens richtete Bentele auch eine Videobotschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des EFTS. Darin betonte sie die strategische Bedeutung kritischer Rohstoffe für Europas Resilienz und verwies auf die Notwendigkeit, Forschung und Innovation konsequenter in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen:

„Wenn Europa seine Resilienz und seine technologische Souveränität stärken will, muss es seine Versorgung mit Rohstoffen in den Blick nehmen. Mit dem Critical Raw Materials Act haben wir in diesem Bereich bereits wichtige Fortschritte erzielt: Wir stärken den heimischen Bergbau, verringern unsere Importabhängigkeiten und diversifizieren unsere Bezugsquellen. Das ist ein großer Schritt nach vorn. Denn ohne kritische Rohstoffe gibt es keine leistungsfähige Verteidigungsindustrie, keine Halbleiter, keine Batterien und keine effizienten Elektromotoren. Wir haben hier einen wichtigen Meilenstein erreicht. Gleichzeitig bleiben weitere Aufgaben zu bewältigen. Europa ist hervorragend in Forschung und Innovation, aber oftmals gelingt uns der letzte Schritt nicht: Innovationen zu skalieren und daraus erfolgreiche Geschäftsmodelle zu entwickeln. Genau darauf müssen wir uns in der kommenden Legislaturperiode und im nächsten europäischen Haushalt konzentrieren.“

Der Besuch bei Hildegard Bentele bot eine wertvolle Gelegenheit, bereits vor dem offiziellen Beginn des Summits Einblicke in die europäische Politikgestaltung zu erhalten und zentrale Fragestellungen der technologischen und industriellen Zukunft Europas mit einer unmittelbar an der Gesetzgebung beteiligten Entscheidungsträgerin zu diskutieren. Die Themen des Gesprächs sollten sich in den folgenden Tagen als roter Faden durch zahlreiche Workshops und Diskussionen des EFTS ziehen, insbesondere bei den Debatten über technologische Souveränität, industrielle Resilienz und die Zukunft europäischer Schlüsseltechnologien.

Let’s get it started – Workshop Tag 1 Sicherheit, Innovation und Resilienz kritischer Infrastrukturen

WORKSHOP #1 In die Gesamtlage Europas hinsichtlich der Bedrohung durch andere Mächte führte ein absoluter Fachmann ein: Generalleutnant Wolfgang Wien, German Military Representative to the NATO and EU Military Committee. Mit seinem Eröffnungs-Workshop des EFTS 2026 skizzierte der ehemalige Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) unter dem Titel „Vom Krieg in der Ukraine bis hin zu hybriden Bedrohungen: Was Europa lernen muss, um seine Sicherheit zu stärken ” die tiefgreifenden Veränderungen der europäischen Sicherheitsarchitektur und zog zentrale Lehren aus Russlands Krieg gegen die Ukraine. Dabei machte er deutlich, dass Europa heute mit einem breiten Spektrum an Bedrohungen konfrontiert ist, die weit über klassische militärische Konflikte hinausgehen. Besonders hervor hob Generalleutnant Wien die wachsende Bedeutung hybrider Kriegsführung. Staaten wie Russland nutzen neben militärischen Mitteln zunehmend Cyberangriffe, Desinformation, wirtschaftlichen Druck und andere Formen der Einflussnahme, um demokratische Gesellschaften zu destabilisieren. Ziel dieser Strategien ist es, Vertrauen in Institutionen zu untergraben, gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen und die Handlungsfähigkeit von Staaten zu beeinträchtigen.

Seine Botschaft war eindeutig: Resilienz und Sicherheit sind keine Aufgaben, die allein von Regierungen oder Streitkräften gelöst werden können. Sie erfordern das Engagement der gesamten Gesellschaft, insbesondere einer starken und innovationsorientierten Ingenieurgeneration.

We have challenging times ahead. We know that Russia is preparing for war, and we see a huge country in Asia preparing for conflict. The advantage is that we see it and can draw the right conclusions. Artificial intelligence will play a major role in the future. We must understand what is necessary to deter and defend against opponents for whom the individual does not count. For us, the individual matters. Therefore, we need you. The VDE Defense can help us to bring together intelligence, experience, science and the next generation to find solutions to defend our values. Therefore, we need you. People matter and the VDE can help us.” – Generalleutnant Wolfgang Wien.

WORKSHOP #2 Dr. Marc Bovenschulte, Head of Industry Policy and Foresight VDI/VDE IT, widmete sich mit seinem Workshop „New Defence – Europas Sicherheit durch Innovation stärken“ den tiefgreifenden Veränderungen, die derzeit das europäische Verteidigungs- und Innovationsökosystem prägen. In seinem Vortrag argumentierte er, dass viele Grundannahmen der traditionellen Verteidigungsplanung zunehmend an Gültigkeit verlieren. Große und kostenintensive Plattformen bleiben zwar weiterhin von Bedeutung, doch aktuelle Konflikte haben gezeigt, dass kleinere, agilere und softwaregetriebene Technologien erhebliche strategische Wirkungen entfalten können. Der Krieg in der Ukraine habe diese Entwicklung zusätzlich beschleunigt. Neue Technologien werden in außergewöhnlich kurzen Innovationszyklen entwickelt, erprobt und eingesetzt. Drohnen, Künstliche Intelligenz, moderne Sensorik und digitale Kommunikationssysteme werden kontinuierlich auf Grundlage praktischer Einsatzerfahrungen weiterentwickelt und angepasst.

Dieses schnelle Innovationstempo stellt Europas etablierte Beschaffungs- und Regulierungssysteme vor erhebliche Herausforderungen. Entwicklungszyklen, die traditionell viele Jahre oder sogar Jahrzehnte umfassen, könnten künftig nicht mehr mit den Anforderungen moderner Sicherheitsumgebungen vereinbar sein.

Bovenschulte identifizierte Europas Innovationsparadox als eine der größten strategischen Schwächen des Kontinents. Europa erzielt hervorragende Ergebnisse in Wissenschaft und Technologieforschung. Die Überführung dieser wissenschaftlichen Exzellenz in skalierbare industrielle Lösungen bleibt jedoch unzureichend. Drei strukturelle Hindernisse wurden hervorgehoben: a) fragmentierte Märkte, b) langsamer Technologietransfer und c) begrenzte Fähigkeiten zur Skalierung von Produktionskapazitäten. Diese Herausforderungen beeinträchtigten nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit Europas, sondern zunehmend auch seine sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit.

Der Vortrag betonte zudem die wachsende Bedeutung von Dual-Use-Technologien. Vor diesem Hintergrund wurde die stärkere Zusammenarbeit zwischen Start-ups, Forschungseinrichtungen, Industrie und Verteidigungsorganisationen als strategische Priorität hervorgehoben. Die Workshop-Session schloss mit der Erkenntnis, dass Europas zukünftige Souveränität nicht allein davon abhängt, neue Technologien zu entwickeln. Entscheidend wird vielmehr sein, Innovationen schnell in operative Fähigkeiten und industrielle Kapazitäten umzusetzen.

WORKSHOP #3 Aufhänger des nächsten Workshops „Blackouts in Verteilnetzen: Ursachen, Akteure, Wiederherstellung und zivil-militärische Koordination“ war der Stromausfall Anfang 2026 in Berlin. Durch einen bewusst herbeigeführten Brandanschlag fiel bei zweistelligen Minusgraden über Tage großflächig Strom in der deutschen Hauptstadt aus. 45.000–45.400 Haushalte sowie rund 2.200 Gewerbebetriebe waren betroffen. Über Tage waren viele Menschen ohne Heizung, Mobilfunk und Internet. Stefan Schonauer (Hamburger Energienetze) skizzierte die weitreichenden Auswirkungen von Störungen in Stromverteilnetzen.

Im Rahmen des Workshops zeigte er, wie stark moderne Gesellschaften von einer zuverlässigen Stromversorgung abhängig sind. Was zunächst wie ein technisches Problem erscheint, entwickelt sich rasch zu einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung mit Auswirkungen auf Gesundheitswesen, öffentliche Sicherheit, Verkehr, Telekommunikation und wirtschaftliche Aktivitäten. Ein zentrales Thema war die Unterscheidung zwischen Prävention und Wiederherstellung. Während beträchtliche Ressourcen in die Vermeidung von Infrastrukturausfällen investiert werden, erfordert Resilienz eine ebenso starke Fokussierung auf Wiederanlauf- und Wiederherstellungsprozesse. Organisationen müssen in der Lage sein, ihren Betrieb auch unter Bedingungen hoher Unsicherheit und begrenzter Informationslage schnell wieder aufzunehmen.

Der Workshop verdeutlichte, dass Ausfallszenarien ein koordiniertes Handeln auf unterschiedlichen Ebenen erfordern: Technische Einsatzkräfte, Netzbetreiber, Staatliche Behörden, Rettungs- und Sicherheitsdienste sowie Kommunikationsspezialisten.

Besonderes Augenmerk lag auf der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Größere Infrastrukturstörungen können die Unterstützung militärischer Organisationen erforderlich machen. Schonauer betonte jedoch, dass Resilienzstrategien nicht auf einer garantierten Verfügbarkeit militärischer Ressourcen basieren dürfen. Zivile Systeme müssen so konzipiert werden, dass sie wesentliche Funktionen eigenständig aufrechterhalten können. Die Fallstudie machte deutlich, dass Resilienz aus dem Zusammenspiel technischer Robustheit, organisatorischer Vorbereitung, klarer Kommunikation und wirksamer Wiederherstellungsplanung entsteht.

WORKSHOP #4 Es wurde wissenschaftlich. Prof. Reiner Thomä von der Technischen Universität Ilmenau stellte mit Integrated Sensing and Communication (ISAC) ein zukunftsweisendes Technologiethema des Summits vor: „Integrierte Sensorik und Kommunikation für eine resiliente Gesellschaft“.

Traditionell dienen Mobilfunknetze in erster Linie der Datenübertragung. Künftige Generationen mobiler Kommunikationssysteme könnten jedoch gleichzeitig Sensorikfunktionen bereitstellen und Kommunikationsnetze damit faktisch in großflächige, verteilte Sensorsysteme verwandeln. Im Mittelpunkt des Workshops standen der Schutz kritischer Infrastrukturen sowie die öffentliche Sicherheit. Ein praktisches Anwendungsbeispiel ist die Überwachung des unteren Luftraums zur Erkennung von Drohnen. Angesichts der zunehmenden Zahl unbemannter Fluggeräte in der Nähe sensibler Einrichtungen gewinnen Frühwarnung und Lagebilderstellung zunehmend an Bedeutung. Jüngstes Beispiel: der Russland zugerechnete versuchte Drohnen-Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig/Halle.

Durch die Nutzung bestehender Mobilfunkinfrastrukturen könnte ISAC kosteneffiziente, flächendeckende Sensorikfähigkeiten bereitstellen. Solche integrierten Systeme wären in der Lage, Aktivitäten zu überwachen, Sensordaten zusammenzuführen und KI-gestützte Bedrohungserkennung zu ermöglichen, ohne dass vollkommen neue Infrastrukturen aufgebaut werden müssten. Ein weiterer Vorteil liegt in der hohen Skalierbarkeit dieses Ansatzes. Statt neue Sensorlandschaften aufzubauen, könnten vorhandene Kommunikationsnetze um zusätzliche Sensorikfunktionen erweitert werden. Der Workshop verdeutlichte, wie sich zukünftige Telekommunikationsnetze zu einem wichtigen Bestandteil nationaler Resilienzstrategien entwickeln könnten.

VDE Sommerempfang Brüssel 2026: THE RESILIENCE CODE: From Vulnerability to Resilience - How Technology Can Promote Security and Defense in Europe

Der Workshop-Tag 1 des EFTS 2026 fand mit dem VDE Sommerempfang Brüssel 2026 seinen politischen und gesellschaftlichen Höhepunkt.

Der Empfang fand in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union in Brüssel statt und brachte Vertreterinnen und Vertreter europäischer Institutionen, der Industrie, der Wissenschaft, der Diplomatie sowie der Ingenieurgemeinschaft zusammen. Das Thema des Abends fand sehr großen Anklang in Brüssel und so überstieg die Zahl der Anmeldungen die Sitzplätze deutlich.

In seiner Eröffnungsrede zum VDE Sommerempfang 2026 bezeichnete Markus B. Jaeger, Global Head of Political Affairs des VDE und Leiter von VDE Defense, Resilienz als die prägende sicherheitspolitische Herausforderung dieses Jahrzehnts. Mit Blick auf die zunehmenden Angriffe auf kritische Infrastrukturen, Cybersysteme und demokratische Prozesse argumentierte er, dass Europa technologischen Fortschritt nicht länger von Sicherheitsfragen trennen könne. Resilienz sei zu einer grundlegenden Voraussetzung für Freiheit, Wohlstand und demokratische Stabilität geworden. Sehr deutlich wurde er in Richtung Russland: „Wir befinden uns zwar nicht im Krieg, aber wir leben auch nicht mehr in Frieden. Die Zahl der hybriden Angriffe und Sabotageakte nimmt zu. Diese Angriffe werden dem Einflussbereich und dem Bedrohungsspektrum Russlands zugeschrieben. Resilienz ist daher eine strategische Notwendigkeit. Technologie, Innovation und vertrauenswürdige Standards sind entscheidende Säulen der Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeiten Europas.“

In seiner Begrüßung im Namen der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen hob Rainer Steffens, Leiter der Landesvertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Brüssel, die Rolle Nordrhein-Westfalens als eine der führenden Industrie- und Technologieregionen Europas hervor. Er unterstrich die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen politischen Entscheidungsträgern, Industrievertretern, Forschenden und Ingenieurinnen und Ingenieuren in einer Zeit, in der technologische Souveränität und Resilienz zunehmend zu zentralen politischen Zielsetzungen werden. Die Landesvertretung sei damit ein idealer Rahmen für Diskussionen über die zukünftige Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit Europas

Die zentrale Keynote „Der Resilienz-Code – Von Safety zu Resilience“ des VDE Sommerempfangs wurde von Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des VDE, gehalten.

Ausgehend von der Sabotage von Kommunikationsinfrastrukturen in der Ostsee verdeutlichte Hinz die Verwundbarkeit moderner, hochgradig vernetzter Gesellschaften. Seine zentrale These lautete, dass Europa weiterhin erheblichen Risiken ausgesetzt sei, weil wesentliche Systeme heute stark von digitalen Netzwerken, globalen Lieferketten und kritischen Infrastrukturen abhängen, deren gegenseitige Abhängigkeiten oftmals nur unzureichend verstanden werden. Er machte deutlich, dass traditionelle Sicherheitsansätze nicht mehr ausreichen. Während Prävention weiterhin von Bedeutung sei, müssen resiliente Systeme unter der Annahme entwickelt werden, dass Störungen und Angriffe trotz aller Schutzmaßnahmen auftreten können. Dies führte zu einer grundlegenden Unterscheidung zwischen zwei Konzepten: Security zielt darauf ab, Angriffe zu verhindern. Resilience akzeptiert, dass Angriffe erfolgreich sein können, und konzentriert sich darauf, Funktionen aufrechtzuerhalten sowie eine schnelle Wiederherstellung sicherzustellen. Hinz beschrieb diesen Paradigmenwechsel als den Übergang von „Security by Design“ hin zu „Resilience by Design“.

Die Keynote des VDE CEOs beleuchtete darüber hinaus die Kaskadeneffekte, die Infrastrukturausfälle in miteinander vernetzten Sektoren auslösen können. Stromversorgung, Kommunikation, Gesundheitswesen, Logistik und Finanzsysteme bilden zunehmend ein gemeinsames Ökosystem. Eine Störung in einem Bereich kann sich schnell auf zahlreiche weitere Bereiche ausbreiten.

Neben physischen Verwundbarkeiten ging Ansgar Hinz auch auf Angriffe gegen gesellschaftliches Vertrauen ein. Desinformation, Deepfakes und koordinierte Einflussoperationen wurden als ebenso schwerwiegende Bedrohungen beschrieben, da sie nicht primär Infrastrukturen, sondern den gesellschaftlichen Zusammenhalt angreifen. Ein weiterer Schwerpunkt war die technologische Souveränität. Europas Abhängigkeiten in Bereichen wie Halbleitern, Künstlicher Intelligenz, fortschrittlicher Elektronik und autonomen Systemen wurden als strategische Verwundbarkeiten identifiziert.

Als Antwort darauf stellte Hinz die Mission von VDE Defense vor, Resilienz entlang von fünf strategischen Säulen zu stärken: 1. Resiliente Infrastrukturen, 2. Technologische Souveränität, 3. Zukunfts- und Schlüsseltechnologien, 4. Fachkräfte- und Nachwuchsentwicklung sowie 5. Prüfung, Zertifizierung und Vertrauen. Besonderes Augenmerk legte er auf die nächste Generation von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Die sehr zahlreich anwesenden jungen Fachkräfte aus weiten Teilen Europas wurden dazu aufgefordert, ihre Arbeit nicht nur als technologische Entwicklung, sondern als aktiven Beitrag zur zukünftigen europäischen Sicherheitsarchitektur zu verstehen.

Als Vertreter aus dem Kabinett des EU-Kommissars für Verteidigung und Raumfahrt, Andrius Kubilius, gab Micha Comnick einen umfassenden Überblick über die sich wandelnde europäische Verteidigungsstrategie. „Defence Ready 2030 – Europas Weg zu glaubwürdiger Abschreckung“ war der Titel seiner Keynote.

Die Keynote stellte einen direkten Zusammenhang zwischen der Verteidigung der Ukraine und den weitergehenden Sicherheitsinteressen Europas her und betonte die Bedeutung des gleichzeitigen Ausbaus industrieller Kapazitäten und militärischer Einsatzbereitschaft. Eine zentrale Botschaft war, dass die Unterstützung der Ukraine mehrere Ziele gleichzeitig erfüllt: Unterstützung der unmittelbaren Verteidigung der Ukraine, Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie und Beschleunigung der europäischen Verteidigungsbereitschaft.

Comnick erläuterte, wie umfangreiche Investitionen in die Produktion von Munition, Drohnen, Luftverteidigungssystemen, Lenkflugkörpern sowie in militärische Mobilität fließen. Besonders hervorgehoben wurde das Konzept der industriellen Einsatzbereitschaft – „Industrial Readiness“. Abschreckung, so seine Argumentation, erfordere nicht nur leistungsfähige Streitkräfte, sondern auch resiliente industrielle Ökosysteme, die ihre Produktionskapazitäten im Krisenfall rasch hochfahren können.

Darüber hinaus unterstrich Comnick die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit. Fragmentierte Beschaffungsprozesse, inkompatible Systeme und Doppelstrukturen würden die Effizienz Europas weiterhin beeinträchtigen. Gemeinsame Beschaffungsprogramme, europäische Forschungsinitiativen und eine stärkere Interoperabilität entwickelten sich daher zu zentralen Pfeilern der europäischen Verteidigungspolitik.

In Richtung Russland wurde Micha Comnick deutlich: „Russland testet, ob sich Europa einschüchtern, spalten und aufhalten lässt. Unsere Antwort darauf ist, unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken und unsere Abschreckungskraft zu erhöhen. Nicht nur, um Krieg zu verhindern. Sondern auch, um Angriffe unterhalb der Schwelle einer bewaffneten Aggression zu verhindern, wie wir sie in Leipzig erlebt haben: Angriffe müssen scheitern, die Verantwortlichen müssen entlarvt werden und Aggressionen müssen Kosten nach sich ziehen. Unsere Antwort ist die Ukraine: die Fähigkeit, jetzt Widerstand zu leisten, und die industrielle Partnerschaft, um Europa für die Zukunft zu stärken. Und unsere Antwort ist Readiness 2030: mehr, besser, gemeinsam und europäisch ausgeben. Die Ukraine verschafft uns Zeit. Die Industrie wandelt diese Zeit in Einsatzbereitschaft um. Einsatzbereitschaft schafft Abschreckung.

Comnicks Keynote endete mit einer klaren Botschaft: „Abschreckung beruht auf Einsatzbereitschaft – und Einsatzbereitschaft beruht auf industrieller Resilienz.

Einer der eindrucksvollsten und emotionalsten Momente des VDE Sommerempfangs 2026 war das Gespräch „Das menschliche Gesicht der Resilienz“ zwischen Markus B. Jaeger und Galyna Rospopa aus der Ukraine. Jaeger, Global Head of Political Affairs und Head of VDE Defense, hatte die Gesprächspartnerin bewusst als Überraschungsgast auf die Bühne eingeladen, um den oft abstrakten Begriff der Resilienz mit einer persönlichen und gelebten Perspektive zu verbinden.

Galyna Rospopa ist Kommunikationsdirektorin des ukrainischen Energieversorgers Lvivoblenergo, Journalistin, Expertin für strategische Kommunikation und Mutter zweier Töchter. Ihre jüngste Tochter wurde erst wenige Monate zuvor geboren. Seit ihrem ersten Auftritt beim European Future Technology Summit 2024 steht sie in engem Austausch mit dem VDE zu Fragen der Energieversorgung, Technologie und gesellschaftlichen Widerstandsfähigkeit unter Kriegsbedingungen.

Auf die Frage von Markus B. Jaeger, was Resilienz für ein Energieunternehmen in einem vom Krieg gezeichneten Land bedeute, schilderte Rospopa eindringlich den Alltag ukrainischer Familien. Resilienz beginne für sie jede Nacht aufs Neue während der Drohnen- und Raketenangriffe. Viele Menschen verbrachten Stunden in Kellern und Schutzräumen, um am nächsten Morgen dennoch ihren Alltag fortzusetzen: die Kinder versorgen, zur Schule bringen, arbeiten gehen und das Leben aufrechterhalten. Diese Fähigkeit, trotz permanenter Bedrohung weiterzumachen, bezeichnete sie als mentale Resilienz. Besonders eindrucksvoll beschrieb sie ihre Verantwortung als Kommunikationsdirektorin eines kritischen Infrastrukturunternehmens. Ihre Aufgabe sei es, die Bevölkerung zuverlässig darüber zu informieren, wann Strom verfügbar sei, wie lange Ausfälle andauern würden und welche Maßnahmen ergriffen werden. Gerade unter Kriegsbedingungen seien verlässliche Informationen zu Stromversorgung und Wiederherstellungszeiten essenziell, damit Menschen ihr Leben und ihre wirtschaftlichen Aktivitäten planen könnten. Kommunikation werde dadurch selbst zu einem unverzichtbaren Bestandteil kritischer Infrastruktur.

In dem Gespräch rückte Markus B. Jaeger auch die menschliche Dimension der Resilienz in den Mittelpunkt. Als Mutter zweier Töchter trage Rospopa nicht nur berufliche Verantwortung, sondern müsse gleichzeitig ihre Familie schützen und versorgen. Besonders bewegend war ihre Schilderung eines persönlichen Erlebnisses: Am Tag der Geburt ihrer jüngeren Tochter griff Russland erneut die ukrainische Energieinfrastruktur an. Noch aus dem Krankenhaus heraus nahm sie an Online-Besprechungen teil, koordinierte die Kommunikation ihres Unternehmens und beantwortete zahlreiche Presseanfragen. Als ein Journalist sie sogar zu einer Live-Schalte einladen wollte, lehnte sie ab, weil sie mit ihrer erst einen Tag alten Tochter im Krankenhauszimmer lag. Dieses Beispiel verdeutlichte auf eindrucksvolle Weise, wie eng sich in Kriegszeiten berufliche Verantwortung, familiäre Fürsorge und gesellschaftliches Engagement miteinander verbinden.

Auch über die langfristigen Belastungen des Krieges sprach Rospopa offen. Während schwerer russischer Terrorangriffe auf die Energieinfrastruktur und das zivile Leben in der Ukraine fiel regelmäßig der Strom aus. Sie lebt im zehnten Stock eines Wohnhauses und musste mit ihrem neugeborenen Kind täglich zahlreiche Stockwerke zu Fuß bewältigen, weil die Aufzüge außer Betrieb waren. Statt zu resignieren, versuchte sie bewusst, selbst in diesen schwierigen Situationen Zuversicht zu bewahren. Diese Haltung, Herausforderungen anzunehmen und nach vorne zu blicken, sei für sie ein zentraler Bestandteil von Resilienz.

Gleichzeitig schilderte sie, wie sich die ukrainische Gesellschaft im Laufe des Krieges verändert habe. Während zu Beginn nach Angriffen häufig Unsicherheit und Chaos herrschten, hätten die Menschen gelernt, mit den Belastungen umzugehen. Generatoren, Batteriespeicher, Powerbanks und alternative Lichtquellen seien heute selbstverständliche Bestandteile des Alltags. Die Bevölkerung habe gelernt, sich anzupassen und auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Auf die Frage von Markus B. Jaeger nach ihrer Botschaft an Europa richtete Rospopa einen eindringlichen Appell an die Anwesenden. Sie berichtete, dass sie selbst bis kurz vor dem russischen Angriff nicht geglaubt habe, dass ein Krieg tatsächlich ausbrechen könne. Rückblickend halte sie dies für einen Fehler. Ihre wichtigste Botschaft an Europa lautete daher: „Seid vorbereitet!“ Resilienz könne nicht erst in der Krise entstehen, sondern müsse lange vorher aufgebaut werden. Gesellschaften, Unternehmen und staatliche Institutionen müssten Vorsorge treffen, Risiken ernst nehmen und ihre Widerstandsfähigkeit stärken, bevor sie auf die Probe gestellt werde.

Den Abschluss bildete ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft. Auf Jaegers Frage, was sie ihren Töchtern in zehn oder zwanzig Jahren über diese Zeit erzählen möchte, antwortete Rospopa, sie hoffe sagen zu können, dass die Ukraine und Europa gemeinsam für Freiheit, Sicherheit und Stabilität eingestanden seien. Trotz aller Herausforderungen halte sie an ihrer Überzeugung fest, dass am Ende das Licht die Dunkelheit überwinde.

Ihr Beitrag ergänzte die technologie-, sicherheits- und energiepolitischen Diskussionen des Abends um eine zutiefst menschliche Perspektive und machte deutlich, dass Resilienz nicht allein durch Technologie, Strategien oder politische Konzepte entsteht, sondern vor allem durch Menschen, die auch unter extremen Belastungen Verantwortung übernehmen, Hoffnung bewahren und den Alltag für ihre Familien und ihre Gesellschaft aufrechterhalten.

Das Stichwort „Energie-Resilienz in der Ukraine“ griff Frank Grewe, CTO der 2G Energy AG, in seiner Keynote „Resilienz beginnt lokal“ auf. Frank Grewe stellte eindrucksvoll dar, welche Bedeutung dezentrale Energieversorgung für die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen hat. Seine zentrale Botschaft: „Dezentralisierung schafft Resilienz.“

Besonders bewegend waren die Beispiele aus der Ukraine, wo seit 2024 mehr als 150 KWK-Anlagen von 2G installiert wurden. Grewe machte deutlich, dass diese Anlagen für Ingenieure zwar Maschinen seien, für die Menschen vor Ort jedoch oftmals den Unterschied zwischen Versorgung und Notlage bedeuteten. So sichern die Anlagen in Mykolajiw nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur die Stromversorgung von Wasserpumpen. Fällt das öffentliche Netz aus, übernehmen die Anlagen im Inselbetrieb die Versorgung und stellen sicher, dass die Bevölkerung weiterhin Zugang zu Trinkwasser hat. In Charkiw hielten die Anlagen während des vergangenen Winters bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius die Wärmeversorgung aufrecht. Trotz russischer Angriffe und Stromausfälle liefen die Motoren weiter und versorgten Heizstationen mit Energie. In einem Fall blieb eine Anlage sogar nach einer Explosion betriebsbereit. Grewe betonte, dass unter solchen Bedingungen funktionierende Heizungen keine Frage des Komforts, sondern des Überlebens seien. Ein weiteres Beispiel stammt aus Wyschhorod bei Kiew. Nachdem ein Wasserkraftwerk infolge von russischen Angriffen außer Betrieb genommen werden musste, versorgte eine einzelne KWK-Anlage weiterhin das Rathaus, eine Schule und die zentrale Heizstation der Stadt. Damit konnte zumindest die wichtigste Infrastruktur einer Gemeinde aufrechterhalten werden. Neben der Technologie hob Grewe insbesondere die Rolle der Menschen hervor. In Saporischschja betrieben lokale Techniker eine kleine Anlage über rund 3.000 Stunden eigenständig weiter, nachdem die öffentliche Stromversorgung ausgefallen war. Erst danach meldeten sie sich mit der Nachricht: „Wir brauchen neues Öl.“ Für Grewe zeigt dieses Beispiel, dass Resilienz nicht nur durch Technik entsteht, sondern vor allem durch Menschen, die Verantwortung übernehmen und vor Ort handeln können. Aus den Erfahrungen der Ukraine leitete Grewe wichtige Lehren für Europa ab. Kritische Infrastrukturen benötigten jederzeit verfügbare, steuerbare Energiequellen. Dezentrale KWK-Anlagen könnten dabei erneuerbare Energien sinnvoll ergänzen und gleichzeitig Effizienz, Flexibilität und Resilienz gewährleisten. Sein Fazit: Die Technologien für eine resilientere Energieversorgung sind bereits vorhanden. Europas Aufgabe sei es nun, diese gezielt einzusetzen. Denn: „Resilience starts locally“ – Resilienz beginnt vor Ort.

Award Zeremonie EUREL TOPSIM International Management Cup (IMC) 2026 und EUREL PhD Best Paper Award 2026

Mit dem Abschluss des fachlichen und politischen Teils des VDE Sommerempfangs leitete Markus B. Jaeger, Moderator der Veranstaltung, VDE Global Head of Political Affairs, Leiter VDE Defense sowie Chairman des Board of Directors von EUREL, zur EUREL Award Ceremony über. In seiner Ansprache schlug er den Bogen von den zuvor diskutierten Themen Energie, Sicherheit und Resilienz hin zur Bedeutung des wissenschaftlichen und technischen Nachwuchses für Europas Zukunft. Resilienz entstehe nicht allein durch Technologie, betonte Jaeger, sondern vor allem durch Menschen, die neue Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen und die Lösungen von morgen gestalten.

Anschließend übergab er an die EUREL-Generalsekretärin Fabienne Dezutter, die die Preisverleihung moderierte. Sie stellte die Förderung junger Ingenieurinnen, Ingenieure und Forschender als einen Kernauftrag von EUREL heraus. Ziel sei es, Talente aus ganz Europa zusammenzubringen, ihre Entwicklung zu unterstützen und ihnen die Möglichkeiten zu bieten, die technologische Zukunft Europas aktiv mitzugestalten. Der Abend würdige dabei zwei unterschiedliche Formen von Exzellenz: herausragende Leistungen im Bereich Management und Unternehmertum sowie wissenschaftliche Spitzenleistungen in der Forschung.

Den Auftakt bildete die Verleihung der Preise des EUREL TOPSIM International Management Cup. Die beiden TOPSIM-Experten Patrick Müller und Marcel Bubeck gaben zunächst Einblicke in den Wettbewerb und stellten die erfolgreichen Teams des Jahres 2026 vor. Anschließend nahmen sie die Ehrung der Gewinner vor. Der Wettbewerb zeigt, dass technisches Know-how und strategisches Denken Hand in Hand gehen und junge Ingenieurinnen und Ingenieure in die Lage versetzen, komplexe unternehmerische Entscheidungen zu treffen.

1. Platz: ŠD3 (EZS, Slowenien)
Ed Basa, Lan Kogolt, Ahac Mozetic, Jan Zgur

2. Platz: Dunder Mifflin Copier Company (VDE, Deutschland)
Pascal Bohn, Lukas Bürk, Milan Ferus-Comelo, Niklas Stöcklein

3. Platz: KN BIT (SEP, Polen)
Michal Brodowski, Klaudia Ciesielska, Pawel Frankowski, Sebastian Matysik


Im zweiten Teil der Preisverleihung rückte die wissenschaftliche Exzellenz des europäischen Forschungsnachwuchses in den Mittelpunkt. Dezutter betonte dabei die entscheidende Rolle junger Forschender, die mit neuen Ideen wissenschaftliche Erkenntnisse in innovative Lösungen für die Gesellschaft übersetzen. Genau diese Leistungen würden mit dem EUREL PhD Best Paper Award ausgezeichnet.

Zur Verleihung des EUREL PhD Best Paper Award 2026 war Jurymitglied Prof. Dr. Andreas Ulbig von der RWTH Aachen nach Brüssel gekommen. In seiner Laudatio würdigte er die hohe wissenschaftliche Qualität und das außerordentliche Engagement der ausgezeichneten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Der Preis zeichnet herausragende Veröffentlichungen von Promovierenden aus den EUREL-Mitgliedsländern aus und soll zugleich junge Talente zu einer wissenschaftlichen Laufbahn in der Elektrotechnik und verwandten Disziplinen ermutigen. Ausschlaggebend für die Auswahl sind insbesondere die wissenschaftliche Exzellenz der Arbeit sowie der eigenständige Beitrag der Erstautorin oder des Erstautors.

Die Preisträger EUREL PhD Best Paper Award 2026 sind:

1. Preis:
Jasmin Gabsteiger (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland)

2. Preis doppelt verleihen an (dafür entfällt der 3. Preis):
Mihály Katona (Széchenyi István University, Ungarn)
Maxim Müllender (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Deutschland)

Workshop-Tag 2 – Energieversorgungssicherheit, Infrastruktur- und Kommunikationsresilienz

Workshop #5 Wie zukünftige Energiesysteme den Ausgleich zwischen Nachhaltigkeit und Resilienz schaffen müssen, stellte Stefan Liesner, Managing Director, SL Naturenergie GmbH unter dem Workshop-Titel „Resilienz durch intelligente dezentrale Energielösungen ermöglichen“ dar. Der Ausbau erneuerbarer Energien eröffne neue Chancen, bringe jedoch zugleich neue betriebliche Herausforderungen mit sich. Wind- und Solarenergie benötigten ergänzende Systeme, die ausreichend Flexibilität und Stabilität bereitstellen können. Liesner argumentierte, dass Kraft-Wärme-Kopplungs-Lösungen (KWK), intelligente Energiemanagementplattformen sowie dezentrale Erzeugungskapazitäten künftig eine Schlüsselrolle in modernen Energieökosystemen spielen werden. Resilienz wurde dabei als gleichrangiges Gestaltungsziel neben Effizienz und Nachhaltigkeit dargestellt.

Workshop #6 Eine umfassende Analyse der systematischen Angriffe Russland auf die ukrainische Energieinfrastruktur präsentierte Kristina Rimkunaite mit ihrem Workshop „Energieanlagen und Lieferketten als vorrangige militärische Ziele: Das Beispiel der Ukraine“. Rimkunaite ist Subject Matter Expert im NATO Energy Security Centre of Excellence. In ihrem Vortrag zeichnete die NATO-Expertin ein eindringliches Bild der Lage in der Ukraine und zeigte auf, wie Energieinfrastruktur zunehmend zu einem zentralen Ziel moderner Kriegsführung geworden ist. Seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022 seien Strom-, Gas- und Wärmenetze systematisch angegriffen worden. Ziel sei nicht nur die Schwächung militärischer Fähigkeiten, sondern auch die Beeinträchtigung des täglichen Lebens der Bevölkerung. Die Folgen seien wiederkehrende Stromausfälle, unterbrochene Wärmeversorgung und erhebliche Belastungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Sie betonte, dass der Krieg in der Ukraine einen neuen Maßstab für die gezielte Zerstörung von Energieinfrastruktur gesetzt habe. Die Wiederherstellung der beschädigten Anlagen werde nach aktuellen Schätzungen mindestens zehn Jahre in Anspruch nehmen und Investitionen von rund 77 Milliarden Euro erfordern. Deutschland sei bislang der größte bilaterale Unterstützer beim Wiederaufbau, während bereits heute verschiedene internationale Programme die spätere Rekonstruktion der ukrainischen Infrastruktur vorbereiteten. Darüber hinaus warnte Kristina Rimkunaite davor, die Erfahrungen der Ukraine ausschließlich als regionales Problem zu betrachten. Viele der dort angewandten Methoden seien inzwischen auch in anderen europäischen Ländern sichtbar. Neben klassischen militärischen Angriffen nehme insbesondere die Bedeutung hybrider Bedrohungen zu. Dazu zählten Sabotageaktionen, Desinformation und die gezielte Anwerbung von Personen für Störaktionen gegen kritische Infrastruktur. Die Grenze zwischen Krieg und Frieden werde dadurch zunehmend verschwommen. Ein besonderer Schwerpunkt ihres Vortrags lag auf der Frage der Resilienz. Sie stellte die Arbeit des NATO Energy Security Centre of Excellence vor, das regelmäßig Übungen zur Krisenvorsorge organisiert. Dabei bringen sogenannte Tabletop-Übungen Vertreter von Energieversorgern, Behörden, Wissenschaft und Militär zusammen, um Schwachstellen in den Energiesystemen zu identifizieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Solche Übungen hätten bereits vor Beginn des Krieges in der Ukraine dazu beigetragen, gesetzliche und organisatorische Anpassungen vorzunehmen, die sich später als wertvoll erwiesen. Abschließend würdigte Rimkunaite den europäischen Austausch von Wissen und Erfahrungen, wie er auch im Rahmen des European Future Technology Summit stattfindet. Gerade die Vernetzung junger Ingenieurinnen und Ingenieure aus verschiedenen Ländern sei entscheidend, um künftig widerstandsfähigere Energiesysteme zu entwickeln. Die aktuellen Herausforderungen zeigten deutlich, dass Energiesicherheit heute nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche und sicherheitspolitische Aufgabe sei.

Workshop #7 Den Schlusspunkt der Workshop-Phase des EFTS 2026 setzten Galyna Rospopa und Marian Shvets aus der Ukranie. Mit ihrem Vortrag „Kommunikation als Resilienzschicht“ befassten sie die Kommunikationsdirektorin des ukrainischen Stromnetzbetreibers PJSC Lvivoblenergo und der Geschäftsführer der ukrainischen Firma A-Solutions Development LLC mit der Frage, wie ukrainische Energieversorgungsunternehmen die öffentliche Kommunikation während großflächiger Störungen aufrechterhalten. Sie verdeutlichten, dass jeder Stromausfall nicht nur ein Defizit bei der Energieversorgung, sondern zugleich ein Informationsdefizit erzeugt. Bürgerinnen und Bürger benötigen präzise, zeitnahe und verständliche Informationen über: die Ursachen eines Ausfalls, das Ausmaß der Störung, die voraussichtliche Dauer der Wiederherstellung sowie gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen. In ihrem Workshop stellten sie moderne Kommunikationsarchitekturen vor, die operative Datensysteme mit mobilen Anwendungen, Chatbots, sozialen Medien und Contact Centern verknüpfen. Eine zentrale Erkenntnis war, dass Kommunikation selbst zu einem Bestandteil kritischer Infrastruktur geworden ist. Verlässliche Kommunikation reduziere Unsicherheit, verhindere Panik, schützte operative Ressourcen und stärke das Vertrauen der Öffentlichkeit. Die Erfahrungen aus der Ukraine zeigen eindrucksvoll, dass Transparenz und Kommunikation wesentliche Bestandteile gesellschaftlicher Resilienz sind.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Der EFTS 2026 machte deutlich, dass sich Resilienz zu einem der prägenden strategischen Konzepte des 21. Jahrhunderts entwickelt hat. Die Diskussionen identifizierten fünf miteinander verbundene Dimensionen der Resilienz:

  1. Gesellschaftliche Resilienz: Demokratische Gesellschaften müssen Vertrauen stärken, Desinformation entgegenwirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt bewahren.
  2. Resilienz kritischer Infrastrukturen: Kritische Infrastrukturen müssen Störungen widerstehen und nach Ausfällen schnell wiederhergestellt werden können.
  3. Technologische Souveränität: Europa benötigt strategische Fähigkeiten in den Bereichen Halbleiter, Künstliche Intelligenz, Kommunikationstechnologien und weiteren Schlüsseltechnologien.
  4. Industrielle Resilienz: Innovation muss in skalierbare Produktionskapazitäten und operative Fähigkeiten überführt werden.
  5. Menschliche Resilienz: Ingenieurinnen und Ingenieure, Forschende, Betreiberinnen und Betreiber sowie die Bürgerinnen und Bürger bleiben das Fundament resilienter Systeme.


Eine zentrale Erkenntnis zog sich durch sämtliche Beiträge des Summits:

Resilienz ist nicht die Abwesenheit von Verwundbarkeit. Resilienz ist die Fähigkeit, Risiken vorherzusehen, Belastungen standzuhalten, sich anzupassen und sich schnell zu erholen. Für Europa ist Resilienz keine Option mehr. Sie ist zu einer grundlegenden Voraussetzung für Sicherheit, Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und letztlich für die Demokratie selbst geworden.

Als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des EFTS Brüssel verließen, hallte eine Botschaft aus den Diskussionen besonders nach: Europa kann nicht jede Krise verhindern. Aber Europa kann die Resilienz aufbauen, die notwendig ist, um auch in Zeiten von Unsicherheit frei, handlungsfähig und selbstbewusst zu bleiben.