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Fachkräftemangel - Gefahr für die technologische Souveränität
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Editorial VDE Politikbrief

Deutschland diskutiert über Künstliche Intelligenz, Verteidigungsfähigkeit, Energiewende und Digitalisierung. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Wer soll das alles eigentlich umsetzen?

Während Milliardenprogramme für Innovation beschlossen werden, schrumpft die Zahl der Elektro- und Informationstechnikingenieurinnen und -ingenieure. Bis 2029 werden rund 31.000 Ingenieure fehlen. Ohne sie bleiben neue Sicherheits- und Verteidigungstechnologien, Rechenzentren, intelligente Stromnetze, vernetzte Medizintechnik politische Ankündigungen statt wirtschaftlicher Realität.

Die wachsende Zahl internationaler Studierender ist dabei Chance und Herausforderung zugleich. Deutschland braucht qualifizierte Talente aus aller Welt. Gleichzeitig müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass ein erheblicher Teil aus Ländern stammt, deren Staatsangehörige für besonders sicherheitsrelevante Bereiche – etwa in der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie – oftmals nicht zur Verfügung stehen. Technologische Souveränität beginnt deshalb mit einer einfachen Erkenntnis: Deutschland muss wieder deutlich mehr eigene Ingenieurinnen und Ingenieure ausbilden. Hier sind alle – nicht nur die Politik – aufgerufen neue Wege zu gehen.

Ebenso kritisch ist der Blick auf unsere digitale Infrastruktur. Deutschland und Europa wollen bei Künstlicher Intelligenz aufholen. Doch KI entsteht nicht im politischen Raum, sondern in leistungsfähigen Rechenzentren. Wer über digitale Souveränität spricht, muss deshalb auch über Flächen, Energieversorgung, Akzeptanz und Investitionsbedingungen sprechen. Rechenzentren sind keine Nebensache – sie sind eine strategische Infrastruktur.

Der vorliegende VDE Politikbrief 2/2026 zeigt aus Sicht des VDE, wo jetzt politischer Handlungsbedarf besteht: von der Fachkräftesicherung über den intelligenten Ausbau der KI-Infrastruktur bis hin zu klaren Regeln für die Steuerung der Energiewende, einer konsequenten Digitalisierung der Medizintechnik und der Rolle der Normung für die Kreislaufwirtschaft.

Technologische Souveränität entsteht nicht durch Strategiepapiere. Sie entsteht durch kluge politische Rahmenbedingungen, exzellente Ingenieurinnen und Ingenieure und den Mut, heute in die Infrastruktur von morgen zu investieren. Genau darüber möchten wir als unabhängige Technologie-Organisation VDE mit diesem Politikbrief die Debatte führen.

Markus B. Jaeger
VDE Global Head of Political Affairs
Bereichsleiter VDE Defense


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Olya / stock.adobe.com
24.03.2026

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