VDE ETG grenzt sich mit dem Impulspapier klar von Subventionsforderungen ab. Worum es geht: Prozesse zu optimieren, bestehende Infrastruktur optimal auszulasten und
so eine kostenverträgliche Transformation des Energiesystems zu ermöglichen. Im Fokus stehen Methoden, die schnell und wirksam helfen, ohne an anderer Stelle neue Probleme aufzureißen. Wesentliche Punkte sind:
- Netze aktiv steuern: Drohen schwerwiegende Spannungsabweichungen, dürfen Netzbetreiber – in klar definierten Ausnahmefällen – dezentrale Stromerzeuger über die sogenannte kurative Netzführung kurzfristig abregeln oder Verbraucher vom Netz nehmen. Mit dieser Flexibilität können die Netze besser ausgelastet werden, was sich deutlich auf die Netzkosten auswirkt. Die Politik ist gefordert, diese Maßnahmen anzureizen.
- Flexible Netzanschlussvereinbarungen nutzen: Grundsätzlich gilt, wer angeschlossen wird, bekommt die volle Leistung jederzeit garantiert. Davon abweichend können Versorger seit 2023 mit ihren Kunden im Sinne der kurativen Netzführung flexible Netzanschlussvereinbarungen treffen. Dieses Instrument sollte deutlich stärker genutzt werden. Gleichzeitig besteht noch erheblicher Forschungsbedarf: Der Gesetzgeber muss den Netzbetreibern die Option für Experimentierräume eröffnen und Forschungsprojekte unterstützen.
- Wildwuchs beenden: Stromversorger sind dazu verpflichtet, genehmigte Großbatteriespeicher und Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen quer durch Deutschland anzuschließen. Ein Wildwuchs, der Millionenbeträge verschlingt. Deshalb sollten standortflexible Technologien dort angesiedelt werden, wo bereits Netzkapazitäten vorhanden sind. Die Bundesregierung kann und muss entsprechende Vorgaben machen.
- Netzplanung überdenken: Deutschlands Verteilnetze sind im Jahresmittel gering ausgelastet. Es gilt, die Planungen an realen Lastprofilen statt an theoretischen
Extremfällen auszurichten. Die BNetzA sollte diesen Ansatz einfordern. Dabei sind auch Auswirkungen der kurativen Netzführung sowie der zunehmenden Anzahl flexibler Netzanschlussvereinbarungen zu berücksichtigen.
Operative Leistungen angemessen vergüten
Um das Stromnetz fit für die Zukunft zu machen, gibt es im Kern zwei Ansätze. Erstens, die Netze maximal auszubauen. Die damit verbundenen Investitionskosten werden über die Netzentgelte finanziert. Zweitens, mit digitalen Lösungen die Netze besser auszulasten. Damit gehen für die Netzbetreiber operative Kosten einher – die aktuell nicht kompensiert werden. Der Gesetzgeber muss aus der Gesamtkostenperspektive Anreize schaffen, damit Netzbetreiber sinnvolle operative Leistungen erbringen.