Windanlagen
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07.07.2026

Rückbau erneuerbarer Anlagen - Normung übersetzt Politik in die Praxis

Die erste Generation der Wind- und Solaranlagen muss bald ersetzt werden. Das setzt erhebliche Stoffströme frei. Politische Ziele wie die Kreislaufwirtschaft und die strategische Rohstoffgewinnung aus Recycling geben die Richtung vor. Die Verfahren dazu definiert die internationale Normung, in die deutsche Vorarbeit unmittelbar einfließt.

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Markus B. Jaeger

Aktuell sind in Deutschland rund 29.000 Onshore-Wind-energieanlagen am Netz, etwa die Hälfte davon ist älter als 15 Jahre. Auch viele der PV-Anlagen aus dem ersten Solarboom Anfang der 2000er Jahre haben bald ausgedient. Den Rahmen für den Rückbau von Windkraftanlagen setzt neben Baugesetzbuch und Bundes-Immissionsschutzgesetz die fünfstufige Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Die in Entwicklung befindliche technische Spezifikation IEC/TS 61400-28-2 unterlegt sie mit anwendbaren Verfahren – eine Brücke zwischen deutschem Recht und internationaler Praxis.

Aus deutscher Vorarbeit wird internationaler Standard

Die Vorarbeit deutscher Normungsexperten bildet mit strukturierten Empfehlungen für den Rückbau von Windenergieanlagen die Grundlage. Auch die internationale Normung greift diese Vorarbeit auf. Aus der nationalen Handlungsanweisung wird eine international konsentierte Spezifikation – mit gemeinsamer Begriffs- und Verfahrensbasis, vergleichbaren Nachweisen und Anschluss an die internationale Zertifizierung. Das senkt Reibungsverluste  in den grenzüberschreitenden Verwertungsketten.

Repowering, ReUse und Recycling

Am Lebensende stützt die internationale Spezifikation IEC/ TS 61400-28:2025 die Entscheidung zwischen Weiterbetrieb, Lebensdauerverlängerung und Repowering, dem Ersatz alter Anlagen durch leistungsstärkere Neuanlagen am selben Standort. Die Wiederverwendung (ReUse) hat Vorrang vor dem Recycling: Anlagen – bei der Photovoltaik formalisiert über das Elektroaltgeräterecht – oder Komponenten werden andernorts weiterbetrieben. Beim Recycling sind bei Windenergieanlagen über 90 Prozent der Materialien verwertbar: Die Rotorblätter werden etwa als Zuschlag in der Zementindustrie verwertet, und die Permanentmagnete liefern die Seltenen Erden Neodym und Dysprosium. Bei PV-Modulen gelten bis zu 95 Prozent als recycelbar. Wichtige Rohstoffe sind hier unter anderem Silizium, Silber und Kupfer. Für die Windenergie entsteht ein durchgängiger IEC-Rahmen, für die Photovoltaik definiert das Elektroaltgeräterecht die Regeln. Davon profitieren alle Seiten: Die geordnete Rückführung der Werkstoffe entlastet die Umwelt und verschafft der Politik Planbarkeit. Aus einer reinen Entsorgungsaufgabe wird eine kreislauforientierte Phase des Anlagenmanagements. Das zahlt direkt auf das Ziel der EU ein, 2030 ein Viertel der benötigten strategischen Rohstoffe durch Recycling innerhalb Europas zu gewinnen. VDE Fachbeitrag: Repowering, ReUse und Recycling bei Wind- und PV-Anlagen

Normung stellt Kreislaufwirtschaft sicher
VDE / Köster Kommunikation

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