Niederspannung
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07.07.2026

Steuerung in der Niederspannung - Klare Regeln schaffen

Rund um die Energiewende standen Hochspannungsleitungen lange im Fokus der Öffentlichkeit. Allerdings: Erfolg und Misserfolg der Energiewende entscheiden sich wesentlich auf Ebene der Niederspannung. Umso mehr ist die Politik gefordert, endlich eine effiziente Steuerung im Stromnetz zu ermöglichen. 

Immer mehr Haushalte erzeugen mit ihren Photovoltaikanlagen Strom und speisen ihn in die Verteilnetze ein. Zudem werden deutschlandweit pro Jahr hunderttausende neue Wallboxen, Wärmepumpen und Batteriespeicher angeschlossen. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE FNN) entwickelt maßgebliche Regelwerke, die auf eine stabile Frequenz auch in Zeiten der Energiewende einzahlen. Gleichzeitig ist der Gesetzgeber gefordert. Eine Kernaufgabe: den Verteilnetzbetreibern (VNB) die Möglichkeit eröffnen, in kritischen Netzsituationen – wenn zum Beispiel in bestimmten Regionen zu viel Strom eingespeist oder verbraucht wird – dezentrale Anlagen unter 100 kW effizient abzuregeln oder den Leistungsbezug von Verbrauchseinrichtungen zu reduzieren.


Zielbild FNN
VDE / Köster Kommunikation

Unsicherheiten beenden

Hintergrund ist, dass es mit den Paragrafen 14a EnWG (Bezug) und 13a EnWG (Erzeugung) sowie 9 EEG (Einspeisung) aktuell unterschiedliche und sich teils widersprechende Regelungen rund um die Steuerung in den Verteilnetzen gibt. So dürfen die VNB Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen derzeit bereits am Netzanschlusspunkt steuern – eine kluge Regelung. Geht es hingegen um die Erzeugung, müssen die VNB direkt an den Photovoltaikanlagen eingreifen. Die unterschiedlichen Wirkungsweisen der Steuerungsmaßnahmen auf die Kundenanlage führen zu Mehraufwand, einer höheren Komplexität, steigenden Fehleranfälligkeiten und Unsicherheiten sowohl bei den VNB als auch den Betreibern von Erneuerbaren Energien-Anlagen. Am Ende resultieren die aktuellen gesetzlichen Regelungen darin, dass für den Prosumer in Engpasssituationen kein Eigenverbrauch möglich ist. 

Fokus auf Netzanschlusspunkte

Die Bundesregierung ist deshalb gefordert, noch im laufenden Jahr Klarheit zu schaffen und die Wirkungsweise von Steuerungsmaßnahmen sowohl für Verbrauch 
als auch Einspeisung am Netzanschlusspunkt zu konzentrieren. Die wesentlichen Vorteile:

  • Ein einheitliches Vorgehen reduziert Komplexität und ermöglicht den Steuerungsrollout über Fallklassen hinweg.
  • Der technische Aufwand wird auf ein umsetzbares und für alle Parteien wirtschaftlich sinnvolles Maß begrenzt.
  • Installateure können einem verständlichen Regelwerk folgen.
  • Photovoltaikbetreiber können den Strom auch bei Abregelung weiterhin selbst nutzen. 

Ergänzende Informationen: 

VDE FNN Positionspapier - Steuerung auf den Netzanschlusspunkt fokussieren

VDE FNN Impuls - Zielbild zur Steuerung

Artikel aus dem VDE Politikbrief 1/2026 - Kostenanstieg in Verteilnetze dämpfen

Artikel aus dem VDE Politikbrief 1/2025 - Wirtschaftlichkeit ist machbar

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