Thüringenwerk
TEAG Thüringer Energie AG
16.02.2026

Geschichte des Thüringenwerks

1923 – Gründung des Thüringenwerks – von der Idee zur einheitlichen Stromversorgung

Jubiläums-Symposium am 17.10. und 18.10.2023. VDE, AK Stromgeschichte Thüringens, TEAG, Hrsg. TEAG Thüringer Energie AG, Erfurt

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Ausschuss Geschichte der Elektrotechnik

100 Jahre Thüringenwerk

Nach der Gründung Thüringens am 1. Mai 1920 durch den Zusammenschluss von sieben thüringischen Freistaaten konnte eine der Grundbedingungen für das Wachstum von Thüringer Wirtschaft und Gewerbe und für die allgemeine Versorgung, nämlich der Ausbau der Elektrizitätswirtschaft auf Basis eines einheitlichen Stromversorgungskonzeptes in Angriff genommen werden.

Landesweiter Verbundbetrieb für die Elektrizitätsversorger, die Zusammenschaltung der thüringischen Erzeugerwerke, einheitliche Spannungsebenen und Stromarten und möglichst Vereinheitlichung der Strompreise sollten die Elektroenergieversorgung im Land für alle zuverlässiger und wirtschaftlicher machen. Nach der Abschaffung der politischen Kleinstaaten sollte damit auch der „energiewirtschaftlichen Kleinstaaterei“ ein Ende gesetzt werden. Zudem wurde als weiteres Ziel die Abwehr des Zugriffs der in unmittelbarer Nachbarschaft erfolgreich agierenden Großunternehmen der Branche  gesehen.

Mit der Erstellung des Versorgungskonzepts war das Ingenieurbüro Oskar von Millers beauftragt worden. Dieses sah im ersten Ausbau vor, Überschuss und Mangel an elektrischer Energie innerhalb Thüringens über ein neu zu errichtendes, überlagerndes 50-kV-Hochspannungsnetz („Landessammelschiene“) auszugleichen. Das Münchener Ingenieurbüro propagierte zudem die Nutzung der inländischen Wasserkräfte, besonders von Saale und Werra. Es brauchte allerdings noch drei Jahre mit intensiven und schwierigen Verhandlungen in zwei Thüringer Landtagen, bis ein wichtiger Schritt, die Gründung der Thüringischen Landeselektrizitätsversorgungs-AG (Thüringenwerk) am 17. Oktober 1923 in Weimar erfolgen konnte. Auf dem Höhepunkt der Inflationszeit setzten die Beteiligten aus Landesregierung und Energieversorgung damit ein weiteres, mutiges Zeichen für einen selbst bestimmten Weg zur Einigung des Landes. 

Der rasante Aufbau: Parallel zum organisatorischen Aufbau der Verwaltung des jungen Unternehmens, der bereits am 1. März 1924 abgeschlossen war, begann die umgehende Lösung der Unternehmensaufgaben. Das Kraftwerk Erfurt wurde aus den städtischen Betrieben herausgelöst und am 7. Juli 1924 in eine neue Gesellschaft, die Großkraftwerk Erfurt AG, überführt. Bereits am 1. November 1924 konnten die 50-kV-Leitung Gispersleben–Apolda und die neu errichteten Umspannwerke Erfurt, Weimar und Apolda in Betrieb genommen werden. Als nächstes wurde die Zeiss-Leitung Burgau-Ziegenrück an die 50-kV-Landessammelschiene angeschlossen. Im Folgejahr fand eine wesentliche Erweiterung der über das Thüringenwerk versorgten Gebiete mit dem Anschluss der südostthüringischen Versorger statt. Schritt für Schritt wurde das ursprüngliche Versorgungskonzept weiter umgesetzt – konnte allerdings infolge des Krieges bis zur Enteignung und Überführung in den VVB Energiebezirk Süd im Jahr 1948 nicht abgeschlossen werden. Diese Aufgabe lösten dann die nachfolgenden Versorgungsunternehmen.
 

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