(Frankfurt am Main, 19.05.2026) Elektromobilität wird mittel- bis langfristig die dominante Antriebsform auf der Straße sein. Darauf setzt auch Jens Schüler. Der Manager verantwortet mit dem Division Vehicle Lifetime Solutions das weltweite Aftermarket-Geschäft der Schaeffler AG – mit Fokus auf Reparatur, Wartungs- und Nachserienlösungen für Pkw, Nutzfahrzeuge und verschiedenen Antriebsarten. Im C-Level-Interview mit Ralf Petri, Geschäftsbereichsleiter Mobility beim VDE, spricht Schüler über die sich veränderten Anforderungen an seinen Bereich: „Historisch waren Aftermarket-Märkte und Funktionsweisen trotz unterschiedlicher Fuhrparks weitgehend vergleichbar. Das wird sich in Zukunft deutlich verändern. Die Flotten werden vielfältiger: Während in einigen Regionen der Verbrennungsmotor noch länger eine wichtige Rolle spielt, schreiten andere schneller in Richtung Hybrid- und Elektromobilität voran. Genau diese Vielfalt ist für uns eine Chance. Denn Mobilität über unterschiedliche Technologien hinweg zu sichern, erfordert Flexibilität, tiefes Know-how und die Fähigkeit, Komplexität zu beherrschen.“
Als eine große Herausforderung sieht Schüler dabei die immer kürzeren Innovationszyklen. Elektronische Komponenten und zunehmend auch Software sind seiner Aussage teilweise nach wenigen Jahren nicht mehr verfügbar. „Um die Mobilität über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus hinweg zu sichern, gewinnen Refurbishment, Remanufacturing und zirkuläre Produktkonzepte an Bedeutung, um Werte zu erhalten“, erklärt der Manager. „Gerade bei Software und Elektronik brauchen wir ganz neue, flexible Ansätze – um sie auch in zehn bis fünfzehn Jahren vorzuhalten. Dazu setzen wir auf modulare Konzepte, Remanufacturing, Lösungen für kleine Liefermengen sowie – wo sinnvoll und wirtschaftlich machbar – Recycling.“ Er gibt aber auch zu bedenken: „Gleichzeitig ist uns bewusst, dass nicht alle Herausforderungen bereits heute abschließend gelöst sind.“
Trotz der Veränderungen und Herausforderungen blickt Jens Schüler positiv in die Zukunft. Zwar brauchen Elektrofahrzeuge unter anderem aufgrund der geringeren Zahl an Einzelteilen weniger Reparaturen und Ersatzteile. Aber das sei nicht die ganze Wahrheit: „Weniger Teile heißt nicht zwingend weniger Umsatz: Da Fahrzeugsysteme zunehmend komplexer werden, steigen die Anforderungen an Reparaturen und schaffen so über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs hinweg zusätzliche Wertschöpfung.“
Das vollständige C-Level-Interview finden Sie unter diesem Link.
Einblick in relevante technische Entwicklungen im Bereich Mobility
Der Geschäftsbereichsleiter Mobility beim VDE, Ralf Petri, trifft in regelmäßigen Abständen auf Führungskräfte aus der Mobilitätsbranche und führt mit ihnen ein C-Level-Interview. Die Gespräche stellen auch die Menschen dahinter in den Vordergrund und werden auf der Website des VDE veröffentlicht. Die gesamte Interviewreihe gibt einen Einblick in relevante technische Entwicklungen im Bereich Mobility.
(v.l.n.r.) Dr. Ralf Petri, Geschäftsbereichsleiter Mobility beim VDE und Jens Schüler, CEO Vehicle Lifetime Solutions der Schaeffler AG
| Schaeffler Vehicle Lifetime Solutions