Medizintechnik
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07.07.2026

Vernetzte Medizintechnik - Motor der Digitalisierung

Das Gesundheitssystem muss digitaler und datengestützter werden. Aus Gründen der Effizienz ebenso wie aus Gründen einer zeitgemäßen Gesundheitsversorgung. Doch die wertvollste Datenquelle bleibt aktuell außen vor: die Geräte am Patientenbett. Die Politik muss jetzt die richtigen Rahmenbedingungen für vernetzte Medizintechnik schaffen. 

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Markus B. Jaeger

Vom Messgerät zum Frühwarnsystem

Moderne Medizingeräte können kontinuierlich Daten erfassen, lokal verarbeiten und zunehmend KI-gestützt interpretieren. Richtig vernetzt, bilden sie damit die Grundlage für eine bessere Versorgung. Beispiel Früherkennung einer Sepsis im Krankenhaus: Monitore, Beatmungs-  und Infusionsgeräte erfassen laufend Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Temperatur der Patienten. Aus deren Zusammenspiel kann ein KI-gestütztes Frühwarnsystem die Erkrankung erkennen, bevor sie klinisch sichtbar wird. Auch wirtschaftlich überzeugt der Ansatz: Investitionen in Schnittstellen und Infrastruktur amortisieren sich für Krankenhäuser je nach IT-Reifegrad und Prozessoptimierung in sechs bis 36 Monaten.

Medizintechnik in Deutschland
VDE / Köster Kommunikation

Was die Vernetzung bremst

Einsparpotenzial im Gesundheitswesen
VDE / Köster Kommunikation

Doch trotz hoher technischer Ausstattung bleibt die Vernetzung bislang fragmentiert. Geräte verschiedener Hersteller arbeiten zumeist mit Schnittstellen, die das Gebot der Interoperabilität missachten. Dabei handelt es sich um ein klassisches Henne-Ei-Problem, das die Politik beheben muss: Es fehlt an der Nachfrage von Krankenhausbetreibern, da dort wiederum fachkundiges Personal für die Digitalisierung fehlt. Zwangsläufige Folge: Daten, die in den Einzelgeräten erfasst werden, bleiben ungenutzt. Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen wie offene Haftungsfragen oder fehlende Investitionsanreize für die Krankenhäuser. Der Gesetzgeber ist gefordert, die vernetzte Medizintechnik zu unterstützen und die Versorgung zu verbessern. Fünf wesentliche Aufgaben aus Sicht des VDE:

  • Interoperabilität verankern: Bestehende Standards wie HL7 FHIR und ISO/IEEE 11073 ermöglichen eine vernetzte Medizintechnik. Bei künftigen Beschaffungen müssen sie als Mindestanforderung gelten. Die digitale Transformation der Einrichtung an sich muss ermöglicht werden.
  • Investitionen fördern: Krankenhäuser benötigen Geld insbesondere für Netzwerke, Server, Cybersecurity und die Beschaffung und Vernetzung von  Medizintechnik. Entsprechende Förderprogramme sollten langfristig angelegt sein.
  • KI-Fragen klären: Für KI-basierte Medizinprodukte braucht es Leitlinien zu Fragen der Erklärbarkeit, Validierung und Haftung. Eine entsprechende Regulierung schafft Sicherheit für Hersteller und Anwender. 
  • Qualifizierung ausbauen: Medizintechnik, IT, Pflege und klinisches Personal benötigen kontinuierliche Weiterbildung und Freiräume, um digitale Systeme aufzubauen und sicher zu betreiben.
  • Anreize setzen: Krankenhäuser, die Interoperabilität, standardisierte und digitale Prozesse erfolgreich umsetzen, sollten finanziell profitieren.

Ergänzende Informationen: 

VDE Positionspapier - Vernetzte und intelligente Medizintechnik 

Artikel aus dem VDE Politikbrief 1/2025 - Bessere Gesundheitsversorgung ermöglichen

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