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Medizintechnik in der MRT

Der Fachausschuss befasst sich mit Neuentwicklungen, Testverfahren, Normen und Standards, der Mitorganisation von Veranstaltungen zum Thema MRT und der Entwicklung von Empfehlungen zur MR Sicherheit. Der Fachausschuss setzt sich interdisziplinär zusammen aus:

  • klinischen Anwendern
  • Medizintechnikern und Klinikpersonal
  • Naturwissenschaftlern und Ingenieuren aus Forschungszentren und Universitäten
  • Mitarbeitern der Medizintechnikindustrie
  • Vertreter von Testlabors und Benannten Stellen.

Der Fachausschuss hat Themen neuer Anwendungsgebiete der MRT bei Interventionen und Operation diskutiert und folgende Fragestellungen zur Bearbeitung definiert:

  • Zugang zum Patienten
  • Transport des Patienten und Positionierung der Patientenliege
  • Überwachung der Vitalfunktionen und Narkose
  • Visualisierung der Instrumente
  • geeignete interaktive Steuerung der MR Sequenzen Lokalisierung der Instrumentenkoordinaten und Korrelation mit Schnittbildkoordinaten
  • Instrumentenführung.

Kontakt

Prof. Dr. med. Andreas Melzer
Dipl.-Ing. Gregor Schaefers

Der hohe Stellenwert der MRT als diagnostisches Verfahren und die zunehmende Anwendung für interventionelle und intraoperative Techniken hat zahlreiche technische Probleme geschaffen. Neben der allgemeinen Arbeitssicherheit in der Umgebung von starken EM Feldern muss auch die Exposition des Personals berücksichtigt werden. Zusätzlich sind Fragen der MR Kompatibilität von Instrumenten und Implantaten von hoher Bedeutung. Insbesondere MR Angiographien und Herzuntersuchungen werden durch vaskuläre Implantate, z.B. Stents beeinträchtigt. Die rapide ansteigende Nutzung von implantierbaren Herzschrittmachern und Neurostimulatoren hat die Diskussion um die mögliche Erwärmung der Elektroden und die Möglichkeiten der Vermeidung dieses Risikos intensiviert.

Nicht nur die MRT-Sicherheit ist von hoher Bedeutung sondern auch die Vorteile der MRT aus medizinischer und gesundheitsökonomischer Sicht spielen eine wichtige Rolle für die Medizintechnik.Die Einführung der DRG Diagnosis Related Groups fordert von den Krankenhäusern verstärkte Anstrengungen zur Qualitätssicherung und Kosteneffizienz. Hierbei spielen die richtige Auswahl und der optimierte Einsatz diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen eine mitentscheidend Rolle für den medizinischen und wirtschaftlichen Erfolg. Patienten mit Gefäßerkrankungen, welche keine jodhaltigen Röntgenkontrastmittel vertragen, an eingeschränkter Nierenfunktion leiden oder Aufgrund einer Blutverdünnung keine unmittelbare Katheterisierung erfahren dürfen, können ohne wesentliche Belastung und Einschränkung mit der MR Angiographie sofort untersucht werden. Wären MR-taugliche Instrumente wie Führungsdrähte, Katheter und Gefäßimplantate (Stents) verfügbar, um unter MRT Kontrolle eingesetzt werden zu können, könnte eine erheblich Kosteneinsparung erzielt werden. Allem voran sind schwerwiegend Komplikationen und unnötige Wartezeiten vermeidbar. Arzt und Patienten sind zudem keiner Ionisierenden Strahlung ausgesetzt.

Bei der Anwendung der MRT besteht eine möglichen Interferenz mit aktiven Implantaten, wie z.B. Herzschrittmachern und Neurostimulatoren. Hier bestehen Risiken, dass die Elektroden erwärmt werden (bis zu 80° C wurden experimentell gemessen) oder zu hohe Spannung induziert werden. Der grosse Bereich der auf Mikrotechnik basierenden Implantate, wie Neuroprothesen, Retina und Cochlea-Implantate, Medikamentenpumpen etc. ist unmittelbar betroffen. Daher besteht ein enger Austausch mit dem Fachausschuss Neuroprothetik und Intelligente Implantate der DGBMT.

Die DGBMT - Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE arbeitet als interdisziplinäre Fachgesellschaft an der Schnittstelle von Medizin,Technik und Naturwissenschaften. Sie kann deshalb in idealer Weise ärztliche Anwender, Medizintechniker in den Krankenhäusern, Arbeitswissenschaftler und Entwickler aus den Unternehmen zusammenführen. Bei Ausbau und Sicherung des Standortes Deutschland für die Medizintechnik im Bereich Interventioneller und intraoperativer MRT könnten hiesige Unternehmen die weltweit führende klinische Forschung in Deutschland nutzen.

Der Fachausschuss "MRT in der Medizin" unterstützt die Entwicklung medizinischen Verfahren, Systemen und Komponenten für die MRT und bemüht sich dabei um eine Integration und Standardisierung von MR Sicherheit und Kompatibilität.

Vorträge

MRI-guided cardiac therapy and diagnostics

O. Lehmkühler
Veröffentlichungsdatum 19.09.2012
PDF: 486 KB

Narkosgerätemodifikationen zur Erlangung der MRT-Kompabilität

J. Bayer
Veröffentlichungsdatum 19.09.2012
PDF: 3,5 MB

Evaluation of the proposed MR fixed Parameter Options for scanning AMDIS

J. van den Brink, T. Geraedts, X. Lin, S. Last, J. Konijn, J. Smink
Veröffentlichungsdatum 19.09.2012
PDF: 433 KB

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