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VDE Ehrenmedaille

Die VDE Ehrenmedaille wird an sehr verdiente Mitglieder der Fachgesellschaft, ehrenamtlich Mitarbeitende oder sonstige Persönlichkeiten verliehen, die sich in hohem Maße um die Fachgesellschaft verdient gemacht haben, z. B. durch besonders engagierte Tätigkeit im Vorsitz.

Preisträger

2014 Prof. em. Dr.-Ing. habil. Gerhard Pfaff

Mit der Verleihung der VDE Ehrenmedaille wird Herr Professor Kindersberger als engagierter und anerkannter Wissenschaftler geehrt. Damit werden sowohl sein großes Engagement für die ETG als auch für seine wissenschaftlichen Verdienste im Sinne des VDE gewürdigt.

Mit der Verleihung der VDE Ehrenmedaille wird Herr Professor Kindersberger als engagierter und anerkannter Wissenschaftler geehrt. Damit werden sowohl sein großes Engagement für die ETG als auch für seine wissenschaftlichen Verdienste im Sinne des VDE gewürdigt.

Laudatio anlässlich der Verleihung der VDE­-Ehrenmedaille

Mit der Verleihung der VDE-Ehrenmedaille wird Herr Professor Pfaff als engagierter und anerkannter Wissenschaftler geehrt. Damit werden sowohl sein großes Engagement für die ETG als auch für seine wissenschaftlichen Verdienste im Sinne des VDE gewürdigt.


Von April 1991 bis 1999 führte er den Vorsitz im Fachbereich Elektrische Maschinen und Antriebe der Energietechnischen Gesellschaft im VDE ETG, dem er danach noch für einige Jahre weiter angehörte. In diesen acht Jahren gestaltete er dort maßgeblich die inhaltliche und personelle Neuausrichtung des Fachbereichs, letzteres dokumentiert in einem Positionspapier. Er förderte die Öffentlichkeitsarbeit und den Dialog zwischen Forschung und Industrie in der Gestaltung und Durchführung von Fachtagungen. Unter seiner Leitung wurden mehrere Tagungen ausgerichtet, die in ETG-Fachberichten (FB) dokumentiert sind, so z.B.

  • FB 47 1. ETG-Tage: Elektrische Maschinen, 1993, Mannheim
  • FB 50 Elektrische Antriebe für Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs, 1994, Aachen
  • FB 53 Turbo- und Hydrogeneratoren im Kraftwerk: Technik, Trends, Betriebserfahrungen, 1994, Würzburg
  • FB 57 2. ETG-Tage: Maschinen und Antriebe, 1995, Essen

Seit 1973 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 leitete Prof. Pfaff den Lehrstuhl für Elektrische Antriebe und Maschinen (EAM) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Herr Prof. Gerhard Pfaff gehört zu der Gruppe von Persönlichkeiten, welche die Entwicklung der modernen Antriebstechnik wesentlich prägten und mitgestalteten. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann als Doktorand an der ehemaligen TH Hannover (heute Leibniz Universität Hannover) mit einer Forschungsarbeit im Bereich der elektrischen Antriebstechnik. Im Jahr 1962 reichte er seine Dissertation mit dem Titel "Dynamische Kennlinien von Drehstromasynchronmotoren" an der Fakultät für Maschinenwesen ein und wurde am 28. Juni 1962 promoviert. Das Thema der Dissertation war für die damalige Zeit zukunftsweisend und lieferte maßgebliche Beiträge und Erkenntnissen auf dem Gebiet der Regelung von Drehstrommaschinen.

Während seiner Industrietätigkeit gehörte Herr Pfaff zur Gruppe der namenhaften Forscher in den Forschungszentren der AEG, die in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wertvolle Forschungsergebnisse im Bereich der Regelungstechnik, der Leistungselektronik, der elektrischen Maschinen und der Antriebstechnik lieferten und in allen diesen Disziplinen eine grundlegende Pionierarbeit leisteten.

Nach seiner industriellen Tätigkeit, zuletzt in leitender Position im Forschungszentrum der AEG in Frankfurt, folgte Herr Pfaff im Jahr 1973 einem Ruf auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Elektrische Antriebe und Steuerungen der Universität Erlangen-Nürnberg. Parallel zu der damit verbundenen Aufbauarbeit hinsichtlich des Vorlesungsbetriebes, des Labors und der personellen Besetzung trieb er die wissenschaftliche Forschung mit Gespür für praxis- und industrierelevante Problemstellungen voran.

An seinem Lehrstuhl förderte Herr Prof. Pfaff insbesondere den Praxisbezug innerhalb der universitären Forschung. Seine Forschungsergebnisse, insbesondere auf den Gebieten des Entwurfs, der Modellierung und der Simulation elektrischer Antriebssysteme im Allgemeinen und der Servoantriebssysteme unterschiedlichster Ausführungsarten im Besonderen, gewannen deshalb eine weltweite Anerkennung und Aufmerksamkeit der Industrie.

Die von Herrn Pfaff begleiteten Forschungen und betreuten Dissertationen sind nicht nur durch ihren besonderen Praxisbezug, sondern durch ihren ganzheitlichen Ansatz geprägt. Er war sich, aufgrund seiner industriellen Vergangenheit und die von ihm stets gepflegten persönlichen Kontakte mit der Industrie, der Bedeutung dieser Vorgehensweise in der Antriebstechnik bewusst und richtete deshalb seinen Blick in Forschung und Lehre stets auf das ganze System: Von der Steuerung und Regelung über die Leistungselektronik und den elektromechanischen Energiewandler bis zum mechanischen System und zur Anwendung. Die Mechatronik, heute als moderne Ausrichtung der Ingenieurwissenschaften gefeierte Disziplin, wurde von ihm gelebt und gelehrt. Theoretische und praxisbezogene Forschung waren für Herrn Pfaff stets gleichwertige Komponenten nebeneinander.

Sein internationales Renommee und seine wissenschaftlichen Verdienste führten zu seiner Auszeichnung als Fellow und später als Life-Fellow von IEEE. Seine Mitarbeit in internationalen Steering Committees und Advisory Boards technisch-wissenschaftlicher Fachtagungen wurde immer hochgeschätzt.

Im Namen des ETG-Fachbereichs danken wir Prof. Pfaff für sein großes Engagement.

Prof. Dr.-Ing. Mario Pacas
Universität Siegen

Prof. Dr.-Ing. Martin Doppelbauer
Karlsruher Institut für Technologie, Elektrotechnisches Institut

2011 Prof. Dr.-Ing. Josef Kindersberger

Mit der Verleihung der VDE Ehrenmedaille ehrt der VDE Herrn Professor Pfaff für sein langjähriges und herausragendes Wirken als Wissenschaftler. Gleichzeitig werden sein großes Engagement als Vorsitzender des ETG Fachbereichs Q2 sowie seine bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen und Verdienste für den VDE gewürdigt.

Mit der Verleihung der VDE Ehrenmedaille ehrt der VDE Herrn Professor Pfaff für sein langjähriges und herausragendes Wirken als Wissenschaftler. Gleichzeitig werden sein großes Engagement als Vorsitzender des ETG Fachbereichs Q2 sowie seine bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen und Verdienste für den VDE gewürdigt.

Herr Prof. Kindersberger ist seit 1977 VDE Mitglied und wurde 1998 in den Fachbereich Q2 „Werkstoffe, Isoliersysteme, Diagnostik“ der ETG berufen. Von 2003 bis 2010 war Herr Prof. Kindersberger Vorsitzender des Fachbereichs.

In seiner Arbeit als Vorsitzender hat sich Herr Prof. Kindersberger insbesondere um die Initiierung verschiedener Fachveranstaltungen besonders verdient gemacht. Die ETG Fachtagungen „Diagnostik elektrischer Betriebsmittel", "Grenzflächen in elektrischen Isoliersystemen", "Isoliersysteme bei Gleich-und Mischfeldbeanspruchungen", "Nichtlineare Dielektrika und Silikonelastomere“ sind Veranstaltungen, die durch Prof. Kindersberger als wissenschaftlicher Tagungsleiter oder Mitglied des Programmauschusses geprägt wurden und ein außerordentliches Interesse hervorgerufen haben. Durch die hohe wissenschaftliche Qualität dieser Veranstaltungen wurde die Energietechnische Gesellschaft in der Fachwelt als wertvoller Ansprechpartner positioniert.

Unter der Leitung von Herrn Kindersberger wurden aus dem Fachbereich Q2 heraus verschiedene neue VDE Seminare und Workshops konzipiert, in denen junge Ingenieure hinsichtlich Isolierstoffsystemen und Diagnostik in praxisnaher Art und Weise geschult werden.

Die Förderung des Nachwuchses liegt Herrn Prof. Kindersberger besonders am Herzen. So wurden von Ihm viele junge Fachleute aus Industrie und Hochschule als Gäste und neue Mitglieder in den Fachbereichs Q2 berufen, die mittlerweile anerkannte Experten auf ihrem Fachgebiet sind.

Die allgemein anerkannte fachliche Kompetenz und die wissenschaftliche Qualifikation von Herrn Kindersberger haben zur Berufung in nationale und internationale Fachgremien geführt, in denen seine Meinung großes Gewicht hat. Die Berufung als Chairman des CIGRE Studienkomittees D1 „Materials and Emerging Technologies“ belegt dies eindrucksvoll.