Resilienz
Resilienz ist mehr als ein Modewort – sie ist die Grundlage für Stabilität und Innovationskraft in einer Welt voller Unsicherheiten. Für den VDE bedeutet Resilienz, technische Systeme und Organisationen so zu gestalten und Menschen so zu befähigen, dass sie Störungen nicht nur überstehen, sondern gestärkt daraus hervorgehen. Dieses Impulspapier greift auf, warum Resilienz für unsere Zukunft entscheidend ist und wie wir sie gemeinsam im VDE Vereinsleben gestalten können.
Die Welt verändert sich rasant: Energiewende, Digitalisierung, Elektromobilität und Industrie 4.0 stellen uns vor enorme Herausforderungen, von der aktuellen Geopolitik ganz zu schweigen. Gleichzeitig nehmen Risiken zu – von Cyberangriffen über Lieferkettenprobleme bis hin zu Extremwetterereignissen. Resilienz ist die Antwort auf diese Komplexität. Sie bedeutet nicht, Risiken zu vermeiden, sondern Systeme so zu gestalten, dass sie flexibel reagieren und sich anpassen können. Für den VDE ist das kein Fremdwort: Sicherheit, Verlässlichkeit und Innovation sind seit jeher unsere DNA.
Resilienz hat drei Dimensionen: technisch, organisatorisch und menschlich. Technische Resilienz sorgt dafür, dass Netze, Geräte und Systeme auch unter Stress funktionieren. Organisatorische Resilienz bedeutet, Prozesse und Strukturen so zu gestalten, dass sie flexibel bleiben. Menschliche Resilienz befähigt uns als Personen, Veränderungen aktiv zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Diese drei Ebenen greifen ineinander – und genau hier liegt die Stärke des VDE: Wir verbinden Normung, Prüfung, Forschung und Information zu einem ganzheitlichen Ansatz.
Technische Resilienz ist das Fundament. Sie betrifft alle Bereiche: Energietechnik und Smart Grids müssen selbstheilend sein, um Blackouts zu verhindern. IT-Infrastrukturen brauchen Cybersecurity nach internationalen Standards. Elektronik und Sensorik müssen extremen Bedingungen standhalten – ob in Offshore-Anlagen oder in der Medizintechnik. Normung und Standards sind dabei unverzichtbar: Sie schaffen Verlässlichkeit und Interoperabilität in kritischen Infrastrukturen.
Organisationen müssen sich anpassen können. Das bedeutet: klare Prozesse für Krisenmanagement, Business-Continuity-Management nach internationalen Standards sowie agile Strukturen, die schnelle Entscheidungen ermöglichen. Kooperationen sind entscheidend: Unternehmen, Hochschulen und Verbände müssen gemeinsam Lösungen entwickeln. Der VDE bietet dafür Plattformen – von Normungsgremien bis zu Innovationsnetzwerken und Fachgesellschaften.
Technik allein reicht nicht. Menschen müssen befähigt werden, mit Unsicherheit umzugehen. Das heißt: Weiterbildung in Cybersecurity, Krisenmanagement und Normung. Es heißt auch: eine Kultur fördern, die Fehler zulässt und Innovation belohnt. Resilienz ist Teamarbeit – und sie beginnt bei jedem Einzelnen.
- Smart Grids: Stromnetze, die sich bei Ausfällen selbst neu konfigurieren.
- Industrie 4.0: Produktionsanlagen, die trotz Lieferengpässen weiterarbeiten.
- Elektromobilität: Ladeinfrastruktur, die Spitzenlasten und Hackerangriffe abfedert.
- Medizintechnik: Geräte, die auch bei Stromausfall lebenswichtige Funktionen sichern.
- Sensorik in Extremsituationen: Sensoren für Brücken, Flugzeuge oder Offshore-Anlagen, die Jahrzehnte zuverlässig messen.