VDE dialog: Fangen wir vorne an: Wie kamen Sie überhaupt zum VDE?
Klaus Bayer: Ich bin tatsächlich schon im ersten Semester an der TU München auf den VDE aufmerksam geworden – durch eine Exkursion. Danach habe ich mich sehr schnell für die Hochschulaktivitäten interessiert und dort mitgemacht. Über den Jungmitgliederausschuss auf Bundesebene habe ich Gleichgesinnte kennengelernt und den Austausch über den eigenen Hochschulstandort hinaus sehr zu schätzen gelernt. Als studentischer Vertreter wurde ich regelmäßig in die Vorstandssitzungen des BV Südbayern eingeladen. So habe ich früh gesehen, wie Vereinsarbeit funktioniert. Seitdem bin ich dem VDE in verschiedenen Rollen treu geblieben – erst über das Studium, später als Jungmitgliederreferent und danach in Finanz- und Vorstandsrollen.
Seit drei Jahren sind Sie Vorsitzender des damals fusionierten Bezirksvereins VDE Bayern. Wie viel Zeit kostet Sie das so ungefähr?
Etwa einen Tag pro Woche – im Jahresdurchschnitt. In der Phase, in der wir die beiden bayerischen Vereine fusioniert haben, war es deutlich mehr. Da habe ich immer gesagt: „Ich habe einen unbezahlten Halbtagsjob.“ Allerdings hat das beruflich auch ganz gut gepasst: Ich war fast 30 Jahre im Airbus-Konzern, zunächst in der Technik, später in der Konzernstrategie. Vor rund dreieinhalb Jahren habe ich mich dann selbstständig gemacht. Heute arbeite ich als Unternehmensberater und helfe Start-ups und KMU beim Einstieg ins Verteidigungsgeschäft. Außerdem habe ich zwei Lehraufträge an der Hochschule München. Das ist auch alles sehr arbeitsintensiv, aber ich kann mir die Zeit besser einteilen als damals, als ich noch in Festanstellung war.
Warum investieren Sie so viel Zeit in ein Ehrenamt?
Weil es mir persönlich viel bedeutet, etwas weiterzugeben, vor allem an die nächste Generation von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Ehrenamt ist Nonprofit: für die Community etwas tun. Und es motiviert mich, Zeit zu investieren, für Themen, für die ich inhaltlich brenne. Damit kann ich etwas zu meiner Disziplin beitragen und jungen Menschen zeigen, wie wichtig so ein Netzwerk ist. Und ich bin davon überzeugt: Der VDE ist dafür eine ideale Plattform – technisch-wissenschaftlich, politisch neutral, technologieoffen.
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| Rita Modl / VDE