Sie engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der DKE-Normungsarbeit. Was ist Ihre persönliche Motivation dafür?
Wolfgang Niedenzu: Mich hat von Anfang an der Schutz von menschlichem Leben angetrieben. Für mich ist das kein abstraktes Thema, sondern etwas sehr Konkretes, das Leben und Sicherheit betrifft.
Dabei gelten Normen für Außenstehende oft als trocken. Was macht die Normungsarbeit für Sie dennoch reizvoll?
Das Lesen einer Norm ist tatsächlich keine spannende Lektüre. Interessant ist aber der Weg dorthin. Man diskutiert, argumentiert, bringt Fachwissen ein und sucht gemeinsam nach tragfähigen Lösungen. Ziel ist nicht der kleinste gemeinsame Nenner, sondern eine technisch fundierte und praxistaugliche Lösung, hinter der möglichst viele stehen können. Dieser Prozess lebt vom Austausch, und genau das macht tatsächlich richtig Freude.
Sie sind auch ehrenamtlich als Sekretär der europäischen (CENELEC) und internationalen Normungsorganisation (IEC) tätig. Welche Rolle spielen Sie dabei konkret?
Neben organisatorischen Aufgaben gehört vor allem die Moderation der Zusammenarbeit zu meinen Aufgaben. Wenn es unterschiedliche Auffassungen gibt, versuche ich, diese zusammenzuführen und eine Konsensfindung zu ermöglichen. Das erfordert Neutralität, Geduld und die Bereitschaft, alle Argumente ernst zu nehmen.
Die Normungscommunity trifft sich jedes Jahr beim IEC General Meeting – hier 2025 in Delhi, 2026 in Hamburg.
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