Porträtfoto von Wolfgang Niedenzu
Privat (Porträt-Illustration), master1305 / stock.adobe.com
01.04.2026 VDE dialog

»Mit Neutralität und Geduld«

Wolfgang Niedenzu verdient sein Geld bei Siemens, seine „Lorbeeren“ jedoch vor allem in der ehrenamtlichen Normungsarbeit.

Sie engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der DKE-Normungsarbeit. Was ist Ihre persönliche Motivation dafür?

Wolfgang Niedenzu: Mich hat von Anfang an der Schutz von menschlichem Leben angetrieben. Für mich ist das kein abstraktes Thema, sondern etwas sehr Konkretes, das Leben und Sicherheit betrifft.

Dabei gelten Normen für Außenstehende oft als trocken. Was macht die Normungsarbeit für Sie dennoch reizvoll?

Das Lesen einer Norm ist tatsächlich keine spannende Lektüre. Interessant ist aber der Weg dorthin. Man diskutiert, argumentiert, bringt Fachwissen ein und sucht gemeinsam nach tragfähigen Lösungen. Ziel ist nicht der kleinste gemeinsame Nenner, sondern eine technisch fundierte und praxistaugliche Lösung, hinter der möglichst viele stehen können. Dieser Prozess lebt vom Austausch, und genau das macht tatsächlich richtig Freude.

Sie sind auch ehrenamtlich als Sekretär der europäischen (CENELEC) und internationalen Normungsorganisation (IEC) tätig. Welche Rolle spielen Sie dabei konkret?

Neben organisatorischen Aufgaben gehört vor allem die Moderation der Zusammenarbeit zu meinen Aufgaben. Wenn es unterschiedliche Auffassungen gibt, versuche ich, diese zusammenzuführen und eine Konsensfindung zu ermöglichen. Das erfordert Neutralität, Geduld und die Bereitschaft, alle Argumente ernst zu nehmen.

Teilnehmende beim IEC Generel Meeting 2025 in Delhi

Die Normungscommunity trifft sich jedes Jahr beim IEC General Meeting – hier 2025 in Delhi, 2026 in Hamburg.

| IEC

Konsensfindung klingt gut, steht aber in Anbetracht immer kürzer werdender Innovationszyklen immer stärker unter Zeitdruck. Wie lässt sich beides miteinander vereinbaren?

Was oft verwechselt wird: Konsens bedeutet nicht Einstimmigkeit. Entscheidend ist, dass es keinen substanziellen Einwand mehr gibt! Dafür stehen unterschiedliche Instrumente zur Verfügung, von schnell erstellbaren Spezifikationen bis hin zu langfristig angelegten Sicherheitsnormen. Bei sicherheitsrelevanten Themen braucht es Reifezeit, während andere Bereiche schneller reagieren müssen. Die Kunst besteht darin, das passende Verfahren zu wählen und verantwortungsvoll damit umzugehen. Klar ist aber auch, dass es beim Thema Schnelligkeit unserer Normungsprozesse Diskussions- und durchaus auch Optimierungspotenzial gibt. Nicht zuletzt deshalb freue ich mich auf das IEC General Meeting, das in diesem Jahr in Deutschland stattfinden wird (Anm. der Red.: 14.- 20.11.2026, Hamburg) und bei dem es ganz sicher auch um dieses Thema gehen wird.

Was ist Ihnen persönlich für die Zukunft der Normungsarbeit besonders wichtig?

Mir ist wichtig, dass technische Normung auch künftig technisch bleibt und nicht von politischen Interessen überlagert wird. Jede fachliche Stimme soll gleichwertig gehört werden, unabhängig von Herkunft oder Größe eines Landes. Gerade darin liegt die Stärke der internationalen Normung. Wenn ein Konsens erreicht wird, ist er global tragfähig, und genau das macht dieses ehrenamtliche Engagement so sinnvoll.

Voller Energie im Einsatz

Porträtfoto von Prof. Jutta Hanson
TU Darmstadt (Porträt-Illustration), master1305 / stock.adobe.com
01.04.2026 VDE dialog

Prof. Dr. Jutta Hanson begeistert alle vom Schulkind bis zum Minister für Technik und überzeugt von der Wichtigkeit der Energiewende.

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Funker für mehr Reichweite

Porträtfoto von Thomas Beiderwieden
Privat (Porträt-Illustration), master1305 / stock.adobe.com
01.04.2026 VDE dialog

Thomas Beiderwieden ist Vorsitzender des VDE Rhein-Main, als Funkamateur Mitglied im DARC – und verbindet beide Verbände.

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„Nur gemeinsam!“

Porträtfoto von Klaus Bayer
Rita Modl / VDE (Porträt-Illustration), master1305 / stock.adobe.com
01.04.2026 VDE dialog

Der Vorsitzende des VDE Bayern, Klaus Bayer, ist schon seit Studienzeiten im Verein engagiert – aus Überzeugung und Leidenschaft. Sein Motto: Frag nicht, was der VDE für dich machen kann. Frag, was du für den VDE machen kannst.

Interview: Martin Schmitz-Kuhl

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Ein Mann, viele Missionen

Porträtfoto von Uwe Baumbach
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01.04.2026 VDE dialog

Uwe Baumbach steht dem VDE Chemnitz vor, unterstützt seine ehemalige Hochschule und macht bei der World Robot Olympiad mit.

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Nehmen und Geben

Porträtfoto von Laureen Wegert
Privat (Porträt-Illustration), master1305 / stock.adobe.com
01.04.2026 VDE dialog

Laureen Wegert organisiert mit anderen Studierenden und Young Professionals das Junge Forum Biomedizinische Technik.

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Nicht nur aus Spaß an der Freude

Porträtfoto von Reinhard Waschke
Jutta Waschke (Porträt-Illustration), master1305 / stock.adobe.com
01.04.2026 VDE dialog

Reinhard Waschke leitet die Mitgliederzeitschrift des VDE Bezirksvereins Köln und packt auch sonst immer gerne mit Herz und Verstand an.

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Eventmanager mit Herzblut

Porträtfoto von Andreas Geld
Tobias Dorstert (Porträt-Illustration), master1305 / stock.adobe.com
01.04.2026 VDE dialog

Andreas Gelf vernetzt Hochschulgruppen – und verbindet beim Fachforum Experten und Interessierte zum Thema Energiewende.

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