Aktuell absolvieren 40 WiSE-Stipendiatinnen mit afghanischer Staatsbürgerschaft an 16 Standorten in Deutschland vergütete, studienvorbereitende Praktika, überwiegend in Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Energie- und Technologiebranche. Bis April 2026 kommen weitere vier Stipendiatinnen hinzu. Damit eröffnet die Initiative insgesamt 44 Frauen eine wirtschaftsnahe und akademische Perspektive in Deutschland.
Nach einer erfolgreichen Ankommensphase steht nun der entscheidende nächste Schritt an: der Übergang in ein reguläres Studium. In den kommenden Monaten bewerben sich die Stipendiatinnen für Studienplätze zum Wintersemester 2026/2027 – parallel dazu müssen sie die Finanzierung ihres Studiums sichern.
Diese Finanzierung ist nicht nur für den Lebensunterhalt notwendig. Sie ist auch Voraussetzung dafür, das aktuelle Visum in einen Aufenthaltstitel für ein Studium umzuwandeln. Als Nachweis gelten beispielsweise Stipendienverträge, duale Studienangebote oder Anstellungen als Werkstudentin oder wissenschaftliche Hilfskraft. Das Zeitfenster dafür ist eng. Entstehen Finanzierungslücken, drohen Studienverzögerungen oder sogar der Verlust der Perspektive in Deutschland – persönlich dramatisch für die betroffenen Frauen und zugleich ein vermeidbarer Verlust dringend benötigter Fachkräfte für den deutschen Energiesektor.
Die WiSE-Initiative zeigt, wie Integration, Talentförderung und Fachkräftegewinnung zusammen gedacht werden können. Jetzt entscheidet sich, ob aus einem erfolgreichen Start ein nachhaltiger Ausbildungsweg entsteht – und ob aus motivierten Praktikantinnen die Ingenieurinnen werden, die die Energiewende in Deutschland künftig mitgestalten.