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21.09.2016 Seite 232 0

Usability

für die Medizintechnik

Aufgrund der notwendigen Prozessoptimierung in Krankenhäusern wird die ergonomische Gestaltung von Medizingeräten und -systemen immer wichtiger. Sie hilft die Zahl kritischer Situationen zu vermindern, Prozesse zu beschleunigen und das medizinische Ergebnis insgesamt zu verbessern. Um Anwender und Medizintechnikunternehmen in dieser Hinsicht zu unterstützen, hat sich der DGBMT-Fachausschuss "Ergonomie und Gebrauchstauglichkeit" konstituiert. Deutsche Unternehmen rangieren auf dem Weltmarkt der Medizintechnik auf Platz 3 hinter den USA und Japan. Bei Ausbau und der Sicherung dieser Position kann neben Technologie- oder Qualitätsführerschaft auch die Ergonomie von Geräten und Systeme und damit deren prozessoptimierte Nutzung in der medizinischen Praxis eine wichtige Rolle spielen.

Die erfolgreiche Einführung der DRG Diagnosis Related Groups in Deutschland fordert von den Krankenhäusern verstärkte Anstrengungen zur Prozessoptimierung. Hierbei spielt die richtige Auswahl und der optimierte Einsatz medizintechnischer Geräte und Systeme eine entscheidende Rolle für den medizinischen und wirtschaftlichen Erfolg. Daher wird die ergonomische Gestaltung von Medizingeräten und -systemen immer wichtiger. Sie hilft die Zahl kritischer Situationen zu vermindern, Prozesse zu beschleunigen und das medizinische Ergebnis insgesamt zu verbessern.

Der Fachausschuss hat folgende Ziele:

  • Etablierung des Themas Ergonomie in den Unternehmen als wichtiges Verkaufsargument mit dem Ziel, ergonomisch gestaltete Geräte und Systeme zu entwickeln.
  • Schaffung eines Bewusstseins in den Krankenhäusern, dass mit ergonomisch gestalteten Geräten die Betriebs- und Prozesskosten gesenkt werden können.

Der Fachausschuss möchte die Qualität der medizinischen Versorgung verbessern helfen sowie den Wirtschaftsstandort Deutschland durch Integration von Ergonomie in medizintechnische Verfahren und Produkte unterstützen. Dazu wird inhaltliche Arbeit geleistet sowie interdisziplinäre Koordination von Klinik, Forschung und Industrie organisiert.

Der interdisziplinäre Fachausschuss führt zusammen:

  • Ärztliche Anwender von medizintechnischen Systemen und Geräten
  • Medizintechniker aus den Krankenhäusern
  • Arbeitswissenschaftler
  • Vertreter der deutschen Medizintechnikindustrie
  • Ergonomielabors und Benannte Stellen
  • Vertreter von Behörden und Ministerien

Der Fachausschuss strebt eine größtmögliche Flexibilität in seiner Struktur an, um Aufgaben flexibel und kurzfristig lösen zu können. Er arbeitet grundsätzlich projektorientiert. Wesentliche Aufgaben sind:

  • die Sammlung von Informationen und Wissen,
  • die Beschreibung von Fallbeispielen,
  • die Entwicklung von Positionspapieren und
  • die Entwicklung von Empfehlungen zur Ausschreibung von Beschaffungen in Krankenhäusern.

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Claus Backhaus
Dipl.-Ing. Torsten Gruchmann

Aktuelles

Gewinner des Preises für Patientensicherheit in der Medizintechnik :

Christiane Haupt
Dipl-Ing. Christoph Hoog-Antink

3 Fragen an das Fachausschussmitglied Thilo Mentler, Universität Lübeck

1. Was bedeutet "Usability für die Medizintechnik" für Sie?
Es bedeutet für mich, Verfahren, Methoden und Werkzeuge zur Gewährleistung gebrauchstauglicher Medizintechnik zu entwickeln bzw. aus anderen Domänen abzuleiten. Dabei müssen alle Beteiligten (z.B. Ärzte, Pflegepersonal, Patienten) einbezogen werden.

2. Welche Bedeutung hat die Usability für die Patientensicherheit?
Gerade in den zeit- und sicherheitskritischen Kontexten, in denen Medizintechnik zum Einsatz kommt, ist Gebrauchstauglichkeit/Usability kein Luxus, sondern wichtige Voraussetzung für die bestmögliche Versorgung der Patienten und die Arbeitszufriedenheit der Benutzer.

3. Was kann national/international getan werden, um diese Ziele zu erreichen?
Experten aus den verschiedenen Domänen, die einen Beitrag zum Thema "Usability für die Medizintechnik" leisten können, müssen sich weiter vernetzen und in interdisziplinär besetzten Arbeitsgruppen agieren. Die Notwendig- und Dringlichkeit entsprechender Forschungsvorhaben muss noch stärker betont und kommuniziert werden.

3 Fragen an den Fachausschussleiter

1. Was bedeutet „Usability für die Medizintechnik“ für Sie?
Das wichtigste ist für mich die Entwicklung von Methoden für die Bewertung der Mensch-Medizintechnik-Schnittstelle (MMS) und eine Sensibilisierung der Nutzer (insbesondere Ärzte) für die Chancen und Risiken einzelner Technologien

2. Welche Bedeutung hat die Usability für die Patientensicherheit?
Umso komplexer Medizintechnik wird, umso bedeutender wird die Untersuchung der oben genannten MMS für die Patientensicherheit

3. Was kann national/international getan werden, um diese Ziele zu erreichen?
Wir brauchen koordinierte Forschungsprogramme, die wissenschaftlichen Methoden zur Analyse von Usability in der Medizintechnik entwickeln und validieren. International braucht es eine bessere Vernetzung der Aktivitäten auf diesem Sektor.

Sitzungen

Positionspapier Ergonomie in der Medizintechnik

01.11.2010 Studien + Roadmaps + Hinweise

Es müssen innovative Methoden und Werkzeuge zur frühzeitigen Risikoidentifikation und -bewertung im Rahmen der späteren Produktnutzung entwickelt und für die Praxis bereitgestellt werden.

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