Neurotechnologie und Neuroprothetik verbinden Medizin, Neurowissenschaften, Medizintechnik und Informatik, um neuronale Funktionen zu messen, zu modulieren oder zu ersetzen. Sie besitzen hohe klinische und wirtschaftliche Relevanz, erfordern jedoch eine koordinierte Translation, klare regulatorische Prozesse und verlässliche ethische Rahmenbedingungen.
Sie umfassen Verfahren zur Erfassung neuronaler Signale (z. B. EEG, ECoG, Mikroelektroden), deren algorithmischer Verarbeitung sowie darauf basierender Stimulation (z. B. tiefe Hirn‑ oder Rückenmarkstimulation) oder funktioneller Substitution, etwa durch motorische und sensorische Neuroprothesen oder Sprach‑BCIs.
Der klinische Nutzen ist vielfältig: Wiederherstellung motorischer Funktionen bei Lähmungen, Verbesserung neurologischer Symptome durch Neuromodulation, rehabilitative Effekte durch adaptive Trainingssysteme sowie die Rückgewinnung sensorischer Wahrnehmung für Prothesenträger.
Die technische Forschung konzentriert sich auf zuverlässige neuronale Schnittstellen, robuste Signalverarbeitung, adaptive Stimulationsverfahren sowie skalierbare Entwicklungs‑ und Zulassungswege. In den kommenden 3–5 Jahren verschiebt sich der Fokus zunehmend von experimentellen Konzepten hin zu klinisch belastbaren, regulierungskonformen und alltagstauglichen Systemen.
Die DGBMT hat in ihrem Fachausschuss „Neuroprothetik und intelligente Implantate“ daher die siebenteilige DGBMT TECH TALK Reihe „Neurotechnologien für die Zukunft der Medizin“ entwickelt. Hier werden zentrale Erfolgsfaktoren – von Technik über Regulierung bis hin zu klinischer Anwendung – vertieft beleuchtet.
In jedem DGBMT TECH TALK geben zwei Expert*innen jeweils Impulse, anschließend diskutieren wir gemeinsam mit den Teilnehmenden. Aus jedem Termin entsteht ein übersichtliches Fact Sheet. Zum Abschluss werden alle Ergebnisse und Empfehlungen in einem umfassenden Positionspapier zusammengeführt.
Ein ideale Chance für alle, die die Zukunft der Neurotechnologie aktiv mitgestalten möchten.