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29.09.2026 Publikation

VDE DGBMT Positionspapier „Neurotechnologien verändern die Medizin“

Neurotechnik verbindet Neurowissenschaften, Medizintechnik und Informatik, um neuronale Funktionen zu messen, zu modulieren, wiederherzustellen oder zu ersetzen. Auch in Deutschland hat sie hohe klinische Relevanz und ein solides wirtschaftliches Potenzial. Um dieses Potenzial zu heben und Damit daraus gleichzeitig die medizinische Versorgung zu verbessern wird, braucht es effiziente, koordinierte und rasche Translation, verlässliche regulatorische Planung und sichere ethische Rahmenbedingungen. Das Positionspapier benennt zehn Impulse, mit denen Deutschland diesen Weg gehen kann. 

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DGBMT im VDE e.V.

Die Forschung ist stark, der Weg in die Versorgung ist lang.

Universitätszentren, Bernstein-Center, Fraunhofer- und Max-Planck-Gruppen und Unternehmen wie Brainlab und Ottobock machen Deutschland zu einem der führenden Standorte. Klinische Studien kommen langsamer in die Breite als in den USA und im asiatischen Wirtschaftsraum.  

Nach dem Prototyp reißt die Förderung ab.

Förderthemen laufen meist drei bis fünf Jahre, die Innovationszyklen der Medizintechnik sind länger. Nach dem Machbarkeitsnachweis entsteht eine Lücke, genau dort, wo klinische Erprobung und Zulassung beginnen. 

Planbare Fristen könnten ein bis zwei Jahre sparen.

Für Machbarkeitsstudien, Zulassungsstudien und Produktzulassung sind verschiedene Stellen zuständig, die keine Beratung anbieten. Lokale Einrichtungen beraten in den USA ist die FDA ein zentraler Ansprechpartner und berät vor der Einreichung. 

Lokale Einrichtungen beraten zwar vor allem an einzelnen Universitäten, aber im Gegensatz zur USA (FDA) fehlt ein zentraler Ansprechpartner mit starkem Netzwerk im Hintergrund. 


Welche Maßnahmen stärken den Neurotechnologie-Standort Deutschland?

Die zehn Impulse zeigen, wie Deutschland seine Innovationskraft, klinische Translation und internationale Wettbewerbsfähigkeit gezielt ausbauen kann

10 Impulse zur Stärkung des Neurotechnologie-Standortes Deutschland

10 Impulse zur Stärkung des Neurotechnologie-Standortes Deutschland

| © VDE

Die Position der VDE DGBMT

VDE DGBMT appelliert an die Politik und alle relevanten Stakeholder, auf den bisherigen Erfolgen aufzubauen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um Deutschland als führenden Standort für Neurotechnologien zu etablieren.  

Die Neurotechnologie ist eines der vielversprechendsten Zukunftsfelder für die deutsche Wirtschaft, weil sie Brücken zwischen Deutschlands traditionell starken Industrien – der Medizintechnik, der Mikrosystemtechnik und der Künstlichen Intelligenz (KI) – bauen kann. Angesichts eines weltweit rasant wachsenden Marktvolumens bietet das Feld ein enormes wirtschaftliches Potential.

Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Klinik und Industrie

Empfehlungen

Für Politik und Ministerien

Eine gemeinsame Vision für Hightech-Medizintechnik entwickeln, getragen von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. 

Eine Innovations-Pipeline als Roadmap mit messbaren Zielen aufsetzen, unterstützt von BMFTR und BMWE mit Förderprogrammen und vom BMG mit einer probeweisen Erstattungszusage. Die Förderlücke nach der Prototypenphase schließen und Förderprogramme aufeinander aufbauen.  Die Zusammenarbeit der Ressorts kohärent und von oben gesteuert anlegen.  

Für die europäische Ebene und die Regulierung

Planbare Fristen bei BfArM und Benannten Stellen einführen. Rollen und Aufträge von BfArM, Benannten Stellen und Ethikkommissionen nach amerikanischem Vorbild bündeln, mit Beratung vor der Einreichung. Die europäische Breakthrough Device Designation unterstützen. 

Zu AI Act und Data Act praxisnahe Auslegungshilfen und technische Mindeststandards für kleine Unternehmen bereitstellen. 

Die EU-HTA zu verbindlichen klinischen Bewertungen ausbauen und Leistungs- und Produktkataloge vereinheitlichen. 

Für Kliniken und Ärzteschaft

Anreize für klinische Erprobungen und Studien verbessern. Entwicklungsteams im klinischen Alltag verankern oder Ärztinnen und Ärzten Freiräume dafür geben. Dialogstrukturen mit Kostenträgern und HTA-Einheiten früh einrichten. Testplattformen wie NSTEP für die Prüfung von Prozessen und Prototypen nutzen. 

Für Hersteller und Start-ups

Start-ups konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenz, die Zulieferindustrie stellt MDR-taugliche Basistechnologien in Kleinserien bereit. Pilotlinien als produktive Demonstratoren aufbauen, die dauerhaft in gleichbleibender Qualität arbeiten. Die Mittel von KfW Capital und Deutschlandfonds sowie europäische Plattformen stärker nutzen. Innovationszeiträume gegenüber Kapitalgebern realistisch benennen. 

Für Forschung und Hochschulen

Normung und Zulassung in die Curricula aller Hochschularten aufnehmen. Den Transfer aus Hochschulen in Start-ups über erfolgsabhängige Modelle attraktiver machen. Eine gemeinsame Sprachebene zwischen Medizin, Technik und Ethik schaffen. Eine offene Fehlerkultur und Fast-Fail-Ansätze in Forschung und Förderung verankern. 


Wie sieht die Zukunft der Neurotechnologien aus und welche Hürden stehen Innovationen im Weg?

Mit einer der VDE DGBMT Leitinnovationen „Neurotechnologien auf dem Weg zum Menschen“ hat die VDE DGBMT eine neue Diskussions- und Austauschplattform ins Leben gerufen. Das Video zeigt Prof. Dr.-Ing. Thomas Stieglitz (IMTEK, Universität Freiburg), international anerkannter Experte für neurotechnologische Implantate und Mitinitiator der VDE DGBMT TECH TALK Reihe. Im Fokus stehen regulatorische Herausforderungen, internationale Unterschiede – insbesondere zwischen Europa und den USA – sowie deren Einfluss auf Innovationsprozesse in der Medizintechnik.

Erfahren Sie mehr zum Thema "Neurotechnologien" in unserem Video.