Witterungsabhängiger Freileitungsbetrieb ermöglicht nach dem NOVA-Prinzip eine effizientere Auslastung vom Stromnetz.
23.05.2019 1475 0

Witterungsabhängiger Freileitungsbetrieb

Mit der Anwendungsregel VDE-AR-N 4210-5 beschreibt VDE|FNN Voraussetzungen, die für einen witterungsabhängigen Freileitungsbetrieb notwendig sind. Die Regel wurde nun weiterentwickelt. Zum neuen Entwurf (E VDE-AR-N 4210-5) sind Änderungsvorschläge bis zum 24. Juli 2019 möglich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Norm zur Strombelastbarkeit von Leiterseilen geht von „Hochsommerwetterlage“  aus
  • Abhängig von den tatsächlich vorhandenen Witterungsbedingungen können Freileitungen höher ausgelastet werden
  • VDE-Anwendungsregel  beschreibt organisatorische und technische Maßnahmen, die als Voraussetzung für einen witterungsabhängigen Freileitungsbetrieb notwendig sind

Stromkreise von Freileitungen können in Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen einen Betriebsstrom führen, der von der in der Norm DIN EN 50182 beispielhaft genannten Dauerstrombelastbarkeit abweicht, ohne dass die maximal zulässige Leitertemperatur überschritten und die Mindestabstände des Leiters zum Boden oder zu Objekten unterschritten werden. Diese Dauerstrombelastbarkeit wird unter Annahme der Umgebungsbedingungen 35° C Außentemperatur, volle Globalstrahlung und 0,6 m/s senkrechte Windanströmung gemäß DIN EN 50341 bestimmt. Werden die Umgebungsbedingungen an einer Freileitung mit ausreichender Genauigkeit prognostiziert bzw. erfasst, so ist ein sicherer Netzbetrieb unter Ausnutzung der sich bei diesen Wetterbedingungen ergebenden Strombelastbarkeit der Stromkreise dieser Freileitung möglich.

Abhängig von den aktuell herrschenden Witterungsbedingungen ist es möglich, die Strombelastbarkeit von Freileitungen situationsbedingt anzupassen. Der witterungsabhängige Freileitungsbetrieb ist eine Optimierungsmaßnahme nach dem NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor -Verstärkung vor -Ausbau).
 
Zielgruppe
Netzbetreiber: Können die Reserven der Strombelastbarkeit von Freileitungen wetterabhängig ausnutzen (z.B.  um die Aufnahmefähigkeit der Netze für Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen zu erhöhen)

Nutzen und Verbesserung
Durch die VDE-Anwendungsregel werden Netzbetreiber in die Lage versetzt, witterungsabhängige Reserven der Strombelastbarkeit von Freileitungen nutzbar zu machen, wobei das VDE-Regelwerk die hierfür notwendigen Voraussetzungen festlegt.

Bezugsquelle
Die gültige Anwendungsregel VDE-AR-N 4210-5 und der jetzt vorgelegte Entwurf E VDE-AR-N 4142 sind über den VDE Verlag erhältlich - im Einzelverkauf und in Abonnements.

VDE VERLAG GMBH
Bismarckstraße 33
10625 Berlin
http://www.vde-verlag.de