Gebäudedurchdringung
01.05.2020

Qualitätsstandards für Bauwerksdurchdringungen (VDE-AR-N 4223)

VDE FNN veröffentlicht eine VDE-Anwendungsregel, die bundeseinheitliche Qualitätsstandards bei Bauwerksdurchdringungen für erdverlegte Leitungen setzt.

Der Aufwand für Bauwerksdurchdringungen und deren Abdichtung stellt im Verhältnis zu den Gesamtkosten eines Gebäudes einen geringen Kostenanteil dar. Dennoch müssen auch diese Arbeiten in höchster Qualität ausgeführt werden. Denn Mängel an den Abdichtungen und die daraus möglicherweise entstehenden Schäden (z. B. durch eindringendes Wasser) können zu vielfach höheren Folgekosten führen. Zu nennen sind hier Aufwendungen zur Feststellung der Schadensursache und für die Sanierung. Außerdem ist die Bauwerksdurchdringung nach anschließender Verfüllung der Baugrube oft nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr zugänglich. Die Abdichtungen müssen daher ohne Wartung zuverlässig funktionieren und das über eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten.

Notwendig sind bundesweit einheitliche Qualitätsstandards zur Errichtung solcher Bauwerksdurchdringungen. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) die Anwendungsregel „Bauwerksdurchdringungen und deren Abdichtung für erdverlegte Leitungen“ (VDE-AR-N 4223) veröffentlicht.

Spartenübergreifend abgestimmte Qualitätsstandards

Diese VDE-Anwendungsregel bündelt die anerkannten Regeln der Technik im Hinblick auf die Anforderungen an die Bauwerksabdichtung. Sie ist inhaltlich gleichlautend zum AGFW-Arbeitsblatt FW 419 und dem DVGW-Arbeitsblatt GW 390 und gilt spartenübergreifend für Strom, Fernwärme, Gas und Trinkwasser. Damit liegen erstmals einheitliche Mindestanforderungen für die fach- und sachgerechte Ausführung von Bauwerksdurchdringungen und deren Abdichtung vor.

Diese VDE-Anwendungsregel gilt für den Anschluss von Durchdringungen für erdverlegte Leitungen an die Abdichtung von erdberührten Bauwerken und Bauwerksteilen im Neubau und Bestand.

Zielgruppen

  • Verbraucher: bekommen Sicherheit, dass Gebäudedurchdringen fachgerecht und langlebig ausgeführt werden.
  • Netzbetreiber: können Risiken bei Gebäudedurchdringungen minimieren, indem sie die Anwendungsregel bei Ausschreibungen zum Bestandteil der Verträge mit ausführenden Unternehmen machen.
  • Tiefbauunternehmen: können ihre Erfolgschancen in Ausschreibungen erhöhen, indem sie sich gezielt an den Anforderungen ausrichten.

Nutzen und Verbesserung

Die Anwendungsregel ist ein wichtiges Element der Qualitätssicherung. Bisher gab es keine bundesweit verbindlichen Mindeststandards, denen Unternehmen speziell im Bereich Gebäudedurchdringung und Abdichtung genügen sollten, um Aufträge kompetent umsetzen zu können. Ausschreibungen werden durch die Vorschrift transparenter. Auftraggeber wie Auftragnehmer können so ihr Investitionsrisiko minimieren.

Status
Aktuell
Erscheinungsdatum
01.05.2020
Sprache
Deutsch

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