02.02.2026 |
| VDE FNN veröffentlicht mit Version 1.1 ein Update des Hinweises. Als Weiterentwicklung der Version 1.0 wurde der erste Teil des Hinweises aktualisiert, z. B. in Hinblick auf den regulatorischen Rahmen, der nun auch die Empfehlungen der Netzbetreiber zum Stand der Technik gemäß Tenorziffer 2 aus BK6-22-300 beinhaltet. Bisherige Erfahrungen aus Umsetzungsprojekten der netzorientierten Steuerung sowie relevante Veröffentlichungen wurden ebenfalls berücksichtigt. Der Hinweis steht VDE FNN Mitglieder nach Login kostenfrei zur Verfügung. Nicht-Mitglieder erhalten den Hinweis in Kürze im Shop. |
07.06.2024
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| Teil des "VDE FNN Hinweises Netzbetrieb mit Flexibilitäten" ist die Berechnungshilfe zur Mindestleistung, der sogenannte Pmin-Rechner. In der ersten Version des Rechners hatte sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Dieser wurde korrigiert. Der Pmin-Rechner steht nun in der Version 1.1. zur Verfügung |
Netzorientierte Steuerung richtig umsetzen
Der VDE FNN Hinweis „Netzbetrieb mit Flexibilitäten: Umgang mit der kurativen Steuerung über iMSys und Ausblick auf mögliche vorausschauende Steuerungsmaßnahmen“ bietet vor allem Verteilnetz- und Messstellenbetreibern eine Grundlage und Orientierung für die Umsetzung der Steuerung über intelligente Messsysteme. Damit schafft VDE FNN für alle handelnden Akteure einen gemeinsamen Rahmen, um die verfügbaren Flexibilitäten – sowohl im Verteilnetz als auch bei den angeschlossenen Letztverbrauchern – bestmöglich zu nutzen. Dank ausführlicher Prozessbeschreibungen sowie Berechnungstools lässt sich der Hinweis konkret für den Netzbetrieb nutzen. Basis des Hinweises sind die Vorgaben der Bundesnetzagentur zum „Festlegungsverfahren zur Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und steuerbaren Netzanschlüssen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz (BK6-22-300)“.
Die Highlights des Hinweises
- Einordung in das VDE FNN Ampelphasenmodell
- Zahlreiche Prozessbilder zur kurativen Steuerung
- Mögliche Projektstrukturen für die Transformation zur netzorientierten Steuerung
- Regelwerk zur netzorientierten Steuerung inkl. Erläuterung zur Berechnung der Mindestleistung (Pmin-Rechner) und des Steuersignal
- Ausblick auf vorausschauende Instrumente der gelben Phase
Netzorientierte Steuerung in der roten Phase
Netzorientierte Steuerung nach Paragraf 14a EnWG
| VDE FNNDer erste Teil des VDE FNN Hinweises gibt einen Überblick über die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Steuerung und stellt das VDE FNN Ampelphasenmodell vor. Das Modell basiert auf den Phasen Rot, Gelb, Grün und Schwarz. In kritischen Netzsituationen, das heißt in der roten Phase, muss ein kuratives Eingreifen beziehungsweise ein kuratives Steuern durch den Netzbetreiber erfolgen, um das Eintreten einer Überlastsituation mit ungesteuertem Ausfall zu verhindern. Ziel ist es jedoch, durch vorausschauende, moderate Eingriffe, das heißt in der gelben Phase, das Stromnetz bestmöglich auszulasten und kurative Eingriffe zu vermeiden.
Der erste Teil des Hinweises fokussiert auf die netzorientierte sowie im Sinne der BNetzA-Festlegung präventive Steuerung in der roten Phase und erklärt anhand von Anwendungsbeispielen praxisnah, wann und wie ein Steuereingriff nach Paragraf 14a EnWG durchgeführt wird.
Auch wenn zu Beginn das Steuern von neuen Anlagen in der Niederspannung im Fokus steht, so geht der Hinweis auch auf den Umgang mit Anlagen ein, deren Inbetriebnahme vor 1. Januar 2024 lag – sogenannte Bestandsanlagen.
Vorausschauende Steuerungsmaßnahmen für die gelbe Phase
Aus Sicht von VDE FNN kann es mittel- und langfristig weder volkswirtschaftlich noch energiewirtschaftlich sowie technologisch sinnvoll sein, jedes Netz für jede denkbare Leistungsspitze auszubauen. Hier wird die Branche gemeinsam mit den zuständigen Behörden zu sinnvollen Festlegungen kommen, die Erfahrungswerte, Energiebezug und dezentrale Energieerzeugung berücksichtigen. Mit zunehmender Ausstattung der Niederspannungsnetze mit Sensorik wachsen die Erkenntnisse. Somit ergeben sich künftig neue Möglichkeiten. Auch betriebliche Maßnahmen wie Entstörungen und Netzverstärkungen sorgen für Bedarf an temporären, lokalen Eingriffen. Vor diesem Hintergrund werden im zweiten Teil des VDE FNN Hinweises vorausschauende Steuerungsmaßnahmen für die gelbe Phase vorgestellt. Beispiele zeigen, welche konkreten Anwendungen in der vorausschauenden Ampelphase nützen und welche unwirksam sind.
Nicht zuletzt kann der VDE FNN Hinweis auch bei der Entwicklung von Software gute und konkrete Hinweise geben.