Icon als Frage-Antwort-Sprechblase
VDE
05.09.2025

Häufig gestellte Fragen

Anwendungsregeln sind Teil des VDE-Vorschriftenwerks. Was dies ist und welche weiteren Fragen mit dem VDE FNN Regelwerk häufig gestellt werden, erläutert das FAQ.

Die Anwendungsregeln von VDE FNN sind Teil des VDE Vorschriftenwerks. Was ist das VDE Vorschriftenwerk?

Ziel des VDE ist die sichere Anwendung elektrotechnischer Produkte und deren Standardisierung. Das umfasst eine große Produktpalette.

Das VDE Vorschriftenwerk ist eine Sammlung der technischen Festlegungen, die der VDE herausgibt. Bestandteile und grundsätzliche Anforderungen sind in der Satzung des VDE (VDE 0022) definiert. Das Vorschriftenwerk umfasst eine große Produktpalette zur Standardisierung elektrotechnischer Produkte und Prozesse.  

Wie unterscheidet sich die Regelsetzung von Normung?

Anwendungsregel und Normen treiben die Weiterentwicklung Energiesystems mit den Fokus auf den sicheren Systembetrieb. 

Anwendungsregeln definieren die Mindestanforderungen für Planung, Bau und Betrieb der Stromnetze, damit für die Arbeit der über 900 Netzbetreiber in Deutschland. Grundlage sind die Europäischen Network Codes. 

Bei der Normung steht die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und der Schutz europäischer Bürger*innen im Fokus. Damit dient die gesamte Standardisierung der sicheren Anwendung von elektrotechnischen Produkten und Schnittstellen. Grundlage ist die europäische Binnenmarktrichtlinie.

Wer arbeitet bei VDE FNN an Anwendungsregeln mit?

Grundsätzlich arbeiten an Anwendungsregeln jeweils die von einer Regel betroffenen Fachkreise mit. Eine Mitgliedschaft bei VDE FNN ist dazu nicht notwendig.

Wie identifiziert FNN die betroffenen Fachkreise?

Die Erstellung neuer Anwendungsregeln oder die Änderung vorhandener wird angekündigt und betroffene Fachkreise können sich melden. Die Lenkungskreise identifizieren betroffene und wichtige Fachkreise und beschließen eine entsprechende Zusammensetzung der Projektgruppe. Das ist besonders wichtig bei neuen Themen.

Die Geschäftsstelle geht dann aktiv auf mögliche Vertreter – wo möglich, über Interessensverbände – zu und versucht diese für die Arbeit bei VDE FNN zu gewinnen. Wenn ein wichtiger Fachkreis erst zu einem späteren Zeitpunkt identifiziert wird, wird über die Einbindung im Nachgang entschieden.

Wie werden die Fachleute ausgewählt?

Die Fachleute werden aus den Rückmeldungen des Call for Experts ausgewählt. Bei der Auswahl stehen Kompetenzen und Erfahrungen zu den anstehenden Themen im Vordergrund. Zum Beispiel ist es für eine Anwendungsregel zum sicheren Betrieb nötig, sowohl die Erfahrungen von Netzbetreibern mit städtisch geprägten und ländlich geprägten Versorgungsaufgaben einzubeziehen. Das Gleiche gilt für Hersteller. Im Fokus stehen dabei unter anderem auch Kompetenzen zu den anstehenden Themen, Entwicklungserfahrung sowie etwa internationale Vernetzung. 

Wie bleiben Gremien bei aller Vielfalt arbeitsfähig?

Die Zahl der Mitglieder in Projektgruppen ist auf zwölf begrenzt. Trotzdem sind viele Meinungen eingebunden, da die Vertreter ihren Fachkreis vertreten und auch die Expertise aus ihren Unternehmen einbringen. Konkret bedeutet das, dass die Vertreter über Interessensverbände die Meinung ihres Fachkreises bündeln und diese in die Arbeit bei VDE FNN einbringen. Das ist manchmal sehr aufwendig und nicht immer leicht.  Die Ziele sind transparent für alle, die Aufgaben werden sehr früh strukturiert und ein Zeitplan abgestimmt. Bei neuen Anforderungen oder neu betroffenen Fachkreisen veranstaltet VDE FNN in einer frühen Phase Workshops. Ziel ist es bereits zu diesem Zeitpunkt, breit und möglichst konkret über die geplante Anwendungsregel und Hintergründe zu informieren, möglichst viele Meinungen abzuholen, Hotspots und Vertreter zu identifizieren. 

Wie verabschiedet VDE FNN Unterlagen?

Die Projektgruppe, die fachlich verantwortlich ist, verabschiedet die Unterlage.

Wie fasst VDE FNN Beschlüsse bei strittigen Themen? Warum nicht in jedem Fall einstimmig?

Beschlüsse sollen nach Möglichkeit einstimmig gefasst werden und die Belange aller Fachkreise zu jeder Zeit berücksichtigt werden. 
Häufig müssen Fristen aus dem Rechtsrahmen eingehalten werden, beispielsweise 

  • Netzbetreiber bei der Umsetzung von Gesetzen und Verordnungen oder
  • Deutschland als Mitgliedsstaat die Umsetzung von Richtlinien und Verordnungen gegenüber der EU nachweisen 

Daher muss verhindert werden, dass Beschlüsse durch Einzelinteressen blockiert werden können. Dazu sieht die Geschäftsordnung eine 2/3-50%-Mehrheit vor. 
 

Welche Rolle spielen Interessensverbände?

Interessensverbände informieren ihre Mitglieder über die für sie wichtigen Entwicklungen, bündeln deren Interessen und artikulieren diese. Neben der Kommunikation und der Interessensbündelung sind Interessenverbände für VDE FNN auch Ansprechpartner, wenn es um Fachleute aus entsprechenden Fachkreisen geht. Beispielsweise bittet VDE FNN ZVEI, VDMA und andere Verbände um Vorschläge für Fachleute, die den Fachkreis der Hersteller in einer Projektgruppe vertreten oder den ZVEH um Vorschläge für den Fachkreis der Elektroinstallateure. 

Die Vertreter nehmen dabei eine wichtige Rolle ein: Sie vertreten nicht ihr Unternehmen, sondern ihren Fachkreis und werden dabei in ihrer Arbeit durch Interessensverbände unterstützt. 

Verwandte Themen