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VDE FNN
10.06.2026 Normen + Standards

Neue Orientierung für § 14a EnWG im Mehrparteienhaus

Die Umsetzung von § 14a EnWG gewinnt mit der neuen Förderung für Ladeinfrastruktur im Mehrparteienhaus des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) deutlich an Dynamik und erhöht zugleich den Bedarf an praxistauglichen Lösungen. Der neue VDE FNN Hinweis schafft hierfür erstmals eine strukturierte Orientierung für komplexe Konstellationen mit mehreren Betreibern hinter einem Netzanschluss.

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Laura Woryna

Die Anforderungen aus § 14a EnWG und der zugehörigen Festlegung der Bundesnetzagentur BK6-22-300 sind grundsätzlich auch auf Mehrparteienhäuser anzuwenden. In der Praxis fehlte bislang jedoch eine klare Orientierung für typische Konstellationen mit mehreren Betreibern hinter einem Netzanschluss.

Mehrparteienhäuser: hohe Komplexität, fehlende Klarheit

Während die Zuordnung von Betreiber, Anschlussnehmer und Anschlussnutzer im Einfamilienhaus meist eindeutig ist, entstehen im Mehrparteienhaus zusätzliche Abstimmungs- und Umsetzungsaufwände. Insbesondere die eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten sowie die Umsetzung von Steuerungsvorgaben führen zu erhöhter Komplexität für Verteil- und Messstellenbetreiber sowie Installateure.

Zwei Modelle für die praktische Umsetzung

Der VDE FNN Hinweis „Netzorientierte Steuerung von Ladeeinrichtungen im Mehrparteienhaus“ strukturiert diese Komplexität erstmals in zwei klar unterscheidbare Umsetzungsmodelle:

  • Mehrere unabhängige Betreiber je Netzanschluss
  • Ein gemeinsamer Betreiber für alle Ladeeinrichtungen einer Liegenschaft

Diese Gegenüberstellung bietet Anwendern eine konkrete Entscheidungsbasis für Planung und Aufbau geeigneter Steuerungs- und Messkonzepte und macht die jeweiligen Auswirkungen auf Technik und Betrieb transparent.

Klares Zielbild: Steuerung am Netzanschlusspunkt

VDE FNN empfiehlt das Modell mit gemeinsamem Betreiber und zentraler Steuerung am Netzanschlusspunkt unter Einsatz eines Energie-Management-Systems (EMS). Damit greift der Hinweis das im Mai 2026 veröffentlichte VDE FNN Zielbild zur Steuerung in der Niederspannung auf und konkretisiert es für die Anwendung im Mehrparteienhaus. Dieses Zielbild sieht vor, Steuerungsmaßnahmen konsequent am Netzanschlusspunkt auszurichten, um unterschiedliche Wirkungsweisen innerhalb der Kundenanlage zu vermeiden und die Komplexität für alle Beteiligten zu reduzieren. 

Die Bündelung der Ladeeinrichtungen unter einem gemeinsamen Betreiber unterstützt genau dieses Prinzip:

  • Steuerung erfolgt einheitlich mit klarer Wirkung auf das Netz
  • Technische und organisatorische Komplexität wird reduziert
  • Die verfügbare Anschlussleistung kann innerhalb der Liegenschaft flexibel genutzt werden

Der Hinweis zeigt damit nicht nur eine praxistaugliche Lösung für aktuelle Umsetzungsfragen, sondern ordnet diese zugleich in das langfristige Zielbild für eine standardisierte und massentaugliche Steuerung in der Niederspannung ein.


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